Grossmutter übergibt Geschenk an Enkelin (Beispielbild: iStock)
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Der Erbvorbezug – eine besondere Form der Schenkung

Der Erbvorbezug ist eine besondere Form der Schenkung. Es handelt sich um eine unentgeltliche Zuwendung, die sich der Bezüger jedoch später (bei der Verteilung des Nachlasses) an seinen Erbteil anrechnen lassen muss. Oftmals geschieht ein solcher Erbvorbezug durch Nachkommen.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
17. Juni 2017

Was versteht man unter einem Erbvorbezug?

Beim Erbvorbezug als besondere Form der Schenkung sind, um späteren Konflikten vorzubeugen,  die gesetzlichen Pflichtteile der Erben zu beachten. Denn nach dem Tod des Erblassers werden die Vorbezüge grundsätzlich, und dies mit der erfolgten Wertsteigerung, zur Ausgleichung gebracht. Übersteigt etwa der Erbvorbezug eines Kindes den gesetzlichen Erbteil, muss es dies seinen Geschwistern  gegenüber im Nachlass ausgleichen. Gesetzliche Erben (beispielsweise Kinder und Ehegatten) müssen nämlich Bezüge, die sie zu Lebzeiten des Verstorbenen erhalten haben, bei der Erbteilung grundsätzlich ausgleichen. Ausgenommen sind lediglich Gelegenheitsgeschenke (bis ca. CHF 3’000) sowie Zuwendungen an Nachkommen die im Zusammenhang mit der Erziehung oder Ausbildung stehen, sofern sich diese im üblichen Mass befinden. Eltern können Nachkommen eines Erbvorbezugs von der Ausgleichspflicht befreien. Voraussetzung dafür ist, dass die Befreiung explizit geschieht und schriftlich verfasst wird.

Was sind die Vorteile eines Erbvorbezugs?

Durch einen Erbvorbezug können schenkende Eltern ihr steuerbares Vermögen vermindern. Dies kann sich unter Umständen lohnen, da die Eltern meist ein höheres steuerbares Vermögen als ihre Kinder aufweisen und die Kinder oftmals in jungen Jahren mehr von dem Geld profitieren als später, wenn sie selbst über genügend Eigenmittel verfügen. Die Bezüger sollten gleichzeitig jedoch bedenken, dass der Erbvorbezug für sie einer Schenkungs- oder Erbschaftssteuer unterliegen kann, sofern diese davon nicht befreit sind. Beide Steuern sind kantonal geregelt.

Was gilt es noch zu bedenken?

Nicht zuletzt muss bedacht werden, dass ein Erbvorbezug auch in bestimmten Fragen im Bereich der Sozialhilfe eine Rolle spielen kann. Wird ein Schenker zu einem späteren Zeitpunkt nämlich sozialhilfeabhängig, kann dies im Rahmen der Verwandtenunterstützungspflicht für einen Beschenkten finanzielle Folgen haben.

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