Ausgleichungspflicht unter den Erben. Die Ausgleichungspflicht hat zum Zweck, eine Gleichbehandlung der Erben zu gewähren.
Home / Blog / Ausgleichungspflicht unter den Erben

Ausgleichungspflicht unter den Erben

Verstirbt eine Person, so ist die Erbmasse beziehungsweise die Teilungsmasse unter den Erben aufzuteilen.

Artikel verfasst von Leonard Christen, B.A. HSG in Law am
21. April 2017

Bei der Aufteilung werden soweit möglich die Verfügungen des Erblassers berücksichtigt. Wo keine solche vorhanden ist, wird die Erbteilung durch das Gesetz geregelt. Dabei ist vorgesehen, dass die gesetzlichen Erben sich gegenseitig alles zur Ausgleichung bringen, was sie zu Lebzeiten auf Anrechnung an den Erbteil erhalten haben.

Sinn und Inhalt der Ausgleichungspflicht

Die Ausgleichungspflicht hat zum Zweck eine Gleichbehandlung der Erben zu gewähren. Deshalb werden Zuwendungen, welche der Erblasser zu seinen Lebzeiten auf Anrechnung an den Erbteil entrichtet hat wieder der Erbmasse wie auch dem Pflichtteil der begünstigten Person hinzugerechnet. Es steht dem Erblasser jedoch offen, die Personen von der Ausgleichungspflicht zu befreien. Dabei darf aber dennoch nicht die Pflichtteile verletzen (vgl. Bloggbeitrag zur Herabsetzungsklage).

Gegenstand der Ausgleichung

Der Ausgleichungspflicht unterliegen alle ganz oder teilweise unentgeltlichen Zuwendungen, welche der Erblasser zu Lebzeiten tätigte.

Um zu definieren, was genau der Ausgleichung unterliegt, muss zwischen den gesetzlichen Erben und den Nachkommen unterschieden werden. Bei Nachkommen wird von der Vermutung ausgegangen, dass der Erblasser alle gleich behandeln wollte. Demnach sind Zuwendungen zum Ausgleich zu bringen, sofern der Erblasser nicht ausdrücklich das Gegenteil anordnete. Eine Ausnahme sind Zuwendungen im Rahmen der Heirat eines Nachkommen, sowie bei der Erziehung und Ausbildung der Nachkommen, sofern diese im «üblichen» Umfang, bzw. Mass erfolgen.

Anders bei den gesetzlichen Nachkommen. Diese haben jene Zuwendungen auszugleichen, welche ihnen der Erblasser explizit auf Anrechnung an den Erbteil zukommen liess.

Nicht der Ausgleichung unterliegen die üblichen Gelegenheitsgeschenke.

Übergang bei Wegfall des begünstigen Erben

Die Ausgleichungspflicht selbst ist ebenfalls vererblich. Fällt also ein durch Zuwendung begünstigter Erbe weg, bevor die Erbteilung in der Hauptsache geregelt wurde, so geht die Ausgleichungspflicht auf seine Erben über (vgl. Blogbeitrag zur Erbfolge). Die Ausgleichungspflicht bleibt für die Erben des Begünstigten selbst dann bestehen, wenn die Zuwendung gar nie auf sie übergegangen ist.

Von Leonard Christen, B.A. LAW HSG

Testament: Möchten Sie eine ZEWO-zertifizierte Non-Profitorganisation berücksichtigen?

Folgende Partner-Organisationen empfiehlt DeinAdieu:

• Rheumaliga Schweiz: www.rheumaliga.ch
• ADES Solaire: www.adesolaire.org
• Tanne Schweiz. Stiftung für Taubblinde: www.tanne.ch
• Centre Ecologique Albert Schweitzer: www.ceas.ch
• EcoSolidar: www.ecosolidar.ch
• Pro Senectute Kanton Zürich: www.pszh.ch
• terres des hommes schweiz: www.terredeshommesschweiz.ch
• SWISSAID: www.swissaid.ch

Was bedeutet ZEWO-zertifiziert?

Die ZEWO ist die Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen. Die Zewo sorgt für Klarheit und Ehrlichkeit von Spenden sammelnden Organisationen und fördert das Vertrauen der Gesellschaft in die gemeinnützige Tätigkeit. Sie setzt sich dafür ein, dass Spendengelder zweckbestimmt, wirksam und wirtschaftlich eingesetzt werden. Hilfswerke, die sich von der Zewo prüfen lassen und die strengen Anforderungen erfüllen, erhalten das Zewo-Gütesiegel.

www.zewo.ch

 

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Im Familienstammbaum ist die Erbfolge ersichtlich.
Vorsorge & Versicherung, Testament & Erbe, Vorsorge, Expertenbeitrag

Und das unabhängig davon ob die verstorbene Person ein Testament, einen Ehe- oder Erbvertrag abgeschlossen hat, sind die gesetzlichen Bestimmungen über die Erbfolge von grosser Wichtigkeit. Die Parentelen Das Zivilgesetzbuch (ZGB) kennt drei Parentelen. Der […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Thema Totentanz: Alois Birbaumer mit dem Bild «Tod und Mädchen» von Egon Schiele.
Professionals, Spiritualität & Trauer, Schweiz, Zentralschweiz

«Wir waren, was ihr seid; doch kommen wird die Zeit, und kommen wird sie euch geschwind, wo ihr sein werdet, was wir sind.» Schon als Gymnasiast faszinierten mich die Darstellungen des Totentanzes. Damals, in den […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Dr. med. Alois Birbaumer, langjähriger Präsident von Hospiz Zug und Beirat von DeinAdieu.ch schreibt über Sterbefasten. (Foto: Daniela Friedli)
Professionals, Patientenverfügung & -vollmacht, Medizin, Schweiz

Wer Dr. med. Alois Birbaumer, pensionierter Kinderarzt, fragt, ob jeder von uns eine Patientenverfügung brauche, der bekommt eine klare Antwort: «Wer seinen Willen über sein persönliches Leben und die Form seines Sterbens, seines Todes äussern […]

no Kommentare

Weitere Artikel: