Erbe studiert das Ergebnis des öffentlichen Inventars (Beispielbild: iStock)
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„Hilfe, ich erbe Schulden!“ – Das Erbe ausschlagen

Während einige Leute jeden Rappen zweimal umdrehen, leben andere auf grossem Fuss. Zu gross, wie sich nach deren Tod oft herausstellt. In diesem Fall erben die Nachkommen einen Schuldenberg. Wird dieser nicht rechtzeitig entdeckt und das Erbe ausgeschlagen, können die Erben in Teufels Küche geraten.

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
29. Juni 2017

Der Erblasser und seine finanzielle Situation

Eine Erbschaft kann für viele Erben eine nicht unerhebliche finanzielle Stütze sein. Es kommt aber auch vor, dass zu der Trauer noch erdrückende Schulden dazukommen, wenn man aufgrund von Ungewissheit das Erbe nicht ausschlagen will. In diesen Fällen kann man innerhalb eines Monats seit Kenntnis des Todes ein öffentliches Inventar beantragen (siehe dazu: Das öffentliche Inventar – Bilanz der Verstorbenen). Die verantwortliche Behörde ist dann verpflichtet eine Auflistung aller Aktiven und Passiven zu erstellen. Bei offensichtlicher Überschuldung wird vermutet, dass die Erben die Erbschaft ausschlagen. Sollte man das Erbe in diesen Fällen nicht ausschlagen wollen, muss man die Erbschaft ausdrücklich annehmen.

Worauf geachtet werden muss

Die Fristen belaufen sich für die Ausschlagung auf drei Monate und für die Beantragung eines öffentlichen Inventars auf einen Monat seit Kenntnis des Todes. Wie man sein Erbe ausschlagen kann, variiert von Kanton zu Kanton. Am besten erkundigen sich die Erben beim zuständigen Gericht. Auf jeden Fall empfiehlt es sich die Ausschlagung schriftlich zu machen und bestätigen zu lassen (siehe dazu: Vorlage Ausschlagung Erbschaft im Downloadcenter). Zusätzlich ist es wichtig, dass man sich nicht in die Erbschaft einmischt, d.h. nichts unternimmt, dass über die blosse Verwaltung hinausgeht oder sich Erbgegenstände aneignet.

Folgen der Ausschlagung

Wenn jemand sein Erbe ausschlägt, dann wird er behandelt, als hätte er den Erbgang nie erlebt. Dann wird seinen Nachkommen die Möglichkeit gegeben, das Erbe anzutreten. Dafür haben diese wiederum drei Monate Zeit. Lässt sich kein Erbe finden, der die Erbschaft antreten will, wird diese liquidiert. Ein allfälliger Gewinn wird den Erben ausbezahlt.

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