Die güterrechtliche Auseinandersetzung (Beispielbild iStock)
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Die güterrechtliche Auseinandersetzung

Bevor es zur erbrechtlichen Auseinandersetzung kommen kann ist es notwendig, dass die Erbmasse bestimmt wird. Bei Verheirateten ist demnach immer zuerst die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen. Dabei muss man das jeweils anwendbare Güterrecht identifizieren.

Artikel verfasst von Leonard Christen, B.A. HSG in Law am
26. Februar 2019

Folgen der güterrechtlichen Auseinandersetzung

Das Ziel der güterrechtlichen Auseinandersetzung ist es, die Vermögenswerte und das Eigentum der Ehegatten aufzuteilen. Verstirbt einer der Ehegatten, so bildet lediglich sein Anteil an der güterrechtlichen Auseinandersetzung die Erbmasse.

Die Errungenschaftsbeteiligung

Die Errungenschaftsbeteiligung – auch ordentliche Güterstand genannt – ist am häufigsten anzutreffen. Haben die Ehegatten nichts anderes vereinbart, so ist in aller Regel die Errungenschaftsbeteiligung vorgesehen, sie umfasst die Errungenschaft und das Eigengut der Ehegatten. Als Eigengut zählt, was man vor der Ehe besitzt, einem während der Ehe durch Erbschaft zugutekommt oder auch Genugtuungsansprüche. Der Rest, insbesondere die Ersparnisse aus Arbeitsverdienst, wird der Errungenschaft zugerechnet. Im Falle einer Auseinandersetzung erhält jeder Ehegatte automatisch sein Eigengut zurück. Die Errungenschaft eines jeden Ehegatten bildet seinen Vorschlag. Jedem Ehegatten steht anschliessend die Hälfte am Vorschlag des anderen zu. Was sich daraus ergibt, bildet unter Hinzurechnung des Eigenguts den jeweiligen Anteil.

Die Gütergemeinschaft

Damit die Gütergemeinschaft zum Tragen kommt, muss sie durch einen Ehevertrag begründet werden. In diesem Güterstand besitzt wiederum jeder Ehegatte über sein Eigengut. Dieses kann durch Ehevertrag oder durch Zuwendungen Dritter entstehen. Weiter spricht das Gesetz Gegenstände, welche lediglich von einem Ehegatten genutzt werden, so wie auch Genugtuungsansprüche, dem Eigengut zu. Alles Weitere kommt in das Gesamtgut, welches den Ehegatten gleichermassen zusteht. Wird der Güterstand durch den Tod aufgelöst, so steht jedem Ehegatten sein Eigengut und die Hälfte des Gesamtgutes zu.

Die Gütertrennung

Die Gütertrennung findet Anwendung, wenn die Ehegatten dies in einem Ehevertrag erklären. Weiter kann dieser Güterstand auch vom Gericht angeordnet werden, falls wichtige Gründe – z.B. die Überschuldung eines Ehegatten – vorliegen. Bei der Gütertrennung gibt es lediglich das Vermögen der Frau und jenes des Mannes. Alle Vermögenswerte, egal wann und wie erworben, werden klar geteilt. Verstirbt ein Ehegatten, so bildet sein Vermögen direkt die Erbmasse.

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