Erbschaft - Die Aufteilung des Erbes (Beispielbild: iStock)
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Erbschaft: Die Aufteilung des Erbes

Die Erbfolge dreht sich um die Frage, wer erbberechtigt ist. Ist dies geklärt, geht es um den Erbgang. Es stellt sich die Frage, wie das Erbe aufgeteilt werden soll. Jeder Erbe kann die Erbteilung selbstständig verlangen. Ein zuvor vom Erblasser eingesetzter Willensvollstrecker kann die Erben bei der Erbteilung unterstützen.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
21. Januar 2020

Die Erbfolge 

Zuerst stellt sich die Frage, wer beim Tod eines Erblassers überhaupt erbberechtigt ist. Die gesetzlichen oder durch Testament eingesetzten Erben werden im Todeszeitpunkt des Erblassers zu einer Erbengemeinschaft. Die Erbschaft steht ihnen vorerst als Ganzes gemeinsam zu. Sie haften als Gemeinschaft für die Schulden des Erblassers und werden gemeinsam Eigentümer der ungeteilten Erbschaft, wenn sie diese nicht innert Frist ausschlagen (Gemeinschaft zur gesamten Hand). Diese Gemeinschaft besteht solange fort, bis die Teilung der Erbschaft abgeschlossen ist.

Der Erbgang

In einem zweiten Schritt geht es darum, die gemeinschaftlich erworbene Erbschaft aufzuteilen. Jeder Erbe kann die Teilung der Erbschaft selbstständig verlangen. Wird darauf nicht eingegangen, besteht auch die Möglichkeit der Teilungsklage. Die Erben können die Teilung grundsätzlich frei unter sich vereinbaren. Sie können (bei Einstimmigkeit) sogar entgegen den testamentarischen Anordnungen des Erblassers handeln. Falls die Erben sich nicht darüber einigen können, wer welche Gegenstände erhalten soll, kommt das sogenannte „Losverfahren“ zum Zug, bei dem Erbsachen zufällig einem Erben zugewiesen werden. 

Grundsätzlich gilt unter den Erben Gleichberechtigung. Das bedeutet auch, dass Nachkommen Zuwendungen, die sie zu Lebzeiten des Erblassers erhalten haben und die über übliche Gelegenheitsgeschenke hinausgehen, zur Ausgleichung bringen müssen. Es gibt kein Vorrecht des ältesten Sohnes oder ähnliches bei der Verteilung der Erbschaft, wie im Volksmund manchmal behauptet wird. 

Die Teilung erfolgt durch Realteilung (in natura) oder durch einen Teilungsvertrag. Für bestimmte Dinge aus dem Nachlass kann es auch Sinn machen, sich auf eine „fortgesetzte Erbengemeinschaft“ zu einigen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich mehrere Erben weiterhin ein Ferienhaus der verstorbenen Eltern teilen möchten. Die Erben kommen dann überein, dass die Gemeinschaft in Bezug auf das Ferienhaus fortbestehen soll.

Unterstützung durch einen Willensvollstrecker

Ein Willensvollstrecker vollzieht das Testament für den Erblasser. Beim Vollzug der Teilung und seiner weiteren Aufgaben ist er verpflichtet, die Erben laufend über die Nachlassabwicklung zu informieren. Der Willensvollstrecker bereitet die Teilung vor, nachdem er sich einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse verschafft hat. Den Erben hat er einen oder mehrere Teilungsvorschläge zu unterbreiten. 

Auch wenn der Nachlass geregelt ist, kann eine Erbteilung die Hinterbliebenen emotional überfordern. Der Willensvollstrecker unterstützt die Hinterbliebenen im Erbteilungsprozess und nimmt ihnen die Verwaltung des Nachlasses ab. Darum kann es sich lohnen, durch entsprechende Vorkehrungen, seine Erben im Vorfeld zu entlasten, damit diese den Trauerprozess besser bewältigen können.

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