Der Weg zum Erbe – wie läuft eine Erbteilung ab? (Beispielbild: iStock)
Home / Info Beiträge / Der Weg zum Erbe – wie läuft eine Erbteilung ab?

Der Weg zum Erbe – wie läuft eine Erbteilung ab?

Nach dem Tod einer geliebten Person steht sich eine Erbmasse und die Erbengemeinschaft gegenüber. Doch wer was bekommt wird erst mit der Erbteilung klar. Was passiert, wenn sich die Erben nicht einig sind über die Verteilung des geerbten Vermögens?

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
28. Juni 2017

Grundsätze und Durchführung der Erbteilung

Unter einer Erbteilung versteht man gemeinhin die Verteilung der Erbschaft auf die Erben, bzw. auf die Vermächtnisnehmer. Ist sie abgeschlossen, d.h. wurde die ganze Erbschaft verteilt, wird die Erbengemeinschaft aufgelöst.

Jeder Erbe kann zu jeder Zeit die Aufteilung der Erbschaft verlangen. Dadurch wird die Erbteilung in Gang gesetzt. Dem Grundsatz nach ist die Verteilung der Erbschaft Sache der Erben. Der Erblasser kann aber in seinem Testament Anordnungen zur Erbteilung erlassen. Stimmen die Erben jedoch einstimmig gegen die Befolgung der Anordnungen, so müssen diese nicht weiter beachtet werden. Die Erben sind untereinander gleichberechtigt und gesetzlich dazu verpflichtet, alle relevanten Informationen zur Durchführung einer gerechten Erbteilung mit der Erbengemeinschaft zu teilen.

Die Erbengemeinschaft kann entweder sogenannte „Lose“ bilden und diese unter sich aufteilen oder einen Erbteilungsvertrag abschliessen (siehe dazu: Vorlage Erbteilungsvertrag in unserem Downloadcenter). Dieser Vertrag ist von jeder Vertragspartei (allen Erben) handschriftlich zu unterzeichnen. Beide Arten haben zur Folge, dass die Erbengemeinschaft aufgelöst wird und jeder Erbe neuer Eigentümer des ihm vertraglich zugewiesenen Vermögens ist.

Spezialfälle

Würde ein Gegenstand durch die Zerstückelung erheblich an Wert verlieren, so wird er einem einzelnen Erben zugewiesen. Genauso werden zusammengehörende Sachen bei der Erbteilung im Normalfall nicht voneinander getrennt (z.B. Wertschriftenpakete mit Mehrheitsbeteiligung, bestimmte Sammlungen, zusammengehörende Schmuckstücke etc.). Bei Uneinigkeit werden die Sachen verkauft und der Erlös verteilt. Zusätzlich kann jeder Erbe der Veräusserung von Familienschriften widersprechen. Das macht insbesondere dann Sinn, wenn der persönliche Wert erheblich über dem wirtschaftlichen Verkaufswert liegt.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Vorsorge, Testament & Erbe

Konkubinat: Begünstigung des Partners Eine Möglichkeit für im Konkubinat lebende ist, die Partnerin als Vorerbin der freien Quote gegenüber den Kindern einzusetzen. Somit erhalten diese vorerst den Pflichtteil. Der Rest des Erbes der Konkubinatspartnerin fällt nach deren […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

In einer Patchwork Familie richtig vererben
Vorsorge, Testament & Erbe

Konservative Rechtsordnung Das Erbrecht baut in der Schweiz auf dem Eherecht und dem Familienrecht auf. Besonders wichtig sind daher Eltern-Kind-Beziehungen sowie solche zwischen Ehegatten. Mit dem Tod wird ein ehelicher Güterstand (Errungenschaftsbeteiligung, Gütergemeinschaft oder Gütertrennung) […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Testament & Erbe

Der Willensvollstrecker handelt im Auftrag des Erblassers Der Erblasser kann nach Art. 517 ZGB durch Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) eine oder mehrere Personen mit der Vollstreckung seines letzten Willens beauftragen. Dafür kommen […]

no Kommentare

Weitere Artikel: