Die Todesurkunde ( Beispielbild: iStock)
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Die Todesurkunde

Die Todes- oder Sterbeurkunde, auch genannt Todesschein, ist eines der zentralen Dokumente im Zivilstands-, aber auch im Erbrecht. Sie ist Voraussetzung für viele rechtliche Schritte, die nach einem Sterbefall vorzunehmen sind. DeinAdieu.ch erklärt Ihnen Inhalt und Bedeutung der Todesurkunde, wie sie beantragt und wofür sie benötigt wird.

Artikel verfasst von Bernhard Gerstl, B.A. HSG in Law & Economics am
19. Mai 2020

Was ist die Todesurkunde und wovon ist sie zu unterscheiden?

Die Todesurkunde ist die amtliche Bestätigung des Todes einer Person sowie dessen Ort und Zeitpunkt. Damit bildet sie das Gegenstück zur Geburtsurkunde am Lebensende. Diese beiden Dokumente markieren aus Sicht der Zivilstandsbehörden Anfangs- und Endpunkt des Lebens einer Person.

Die Sterbeurkunde wird in der Schweiz von den kantonalen Zivilstandsämtern ausgestellt. Sie benötigen dazu eine Reihe von Angaben bzw. Unterlagen (Todesmeldung, sh. unten).

Die Todesurkunde muss von mehreren anderen Akten bzw. Dokumenten im Zusammenhang mit einem Todesfall unterschieden werden:

  •     Zum einen ist sie von der ärztlichen Todesbescheinigung abzugrenzen. Diese wird unmittelbar nach dem Ableben, als Ergebnis der Legalinspektion (umgangssprachlich: Leichenschau), durch eine medizinische Fachperson ausgestellt und gibt neben Todeszeitpunkt und Sterbeort Aufschluss über die Umstände eines Todesfalls. Die ärztliche Todesbescheinigung stellt damit unter anderem Vorbereitung und Grundlage der Sterbeurkunde dar.
  •     Zum anderen sind Todesurkunde und Todesmeldung auseinanderzuhalten. Der Begriff Todesmeldung kann mehrere Bedeutungen haben: Zunächst handelt es sich dabei um die (verpflichtende) Information der Zivilstandsbehörden über einen Todesfall. Dies geschieht in der Regel durch die Angehörigen des Verstorbenen innert zweier Arbeitstage unter Vorlage von Identitätsdokumenten (Ärztliche Todesbescheinigung, Familienschein, Schriftenempfangsschein bzw. Meldebestätigung). Ausserdem bezeichnet Todesmeldungen die Rubrik einer Zeitung, in der lokale Todesfälle publiziert werden (auch: Todesanzeigen) Todesanzeige in der Zeitung.
  •     Ferner ist die Todesurkunde vom Erbschein zu trennen, der vorläufig die Berechtigung einzelner Erben am Nachlass bestätigt. Erbscheine werden erst nach der Eröffnung des Erbgangs ausgestellt, die wiederum mit der Ausstellung der Sterbeurkunde parallel verläuft. Mit anderen Worten: Ohne Todesurkunde kein Erbschein.

Wer erhält die Sterbeurkunde und wie? Welche Angaben umfasst sie?

Die Sterbeurkunde wird nach erfolgter Todesmeldung am Zivilstandsamt des Sterbeortes (Kanton oder Gemeinde) an die Angehörigen ausgestellt. Das Ableben der verstorbenen Person wird im Zivilstandsregister eingetragen. Es ist daher möglich, zu einem späteren Zeitpunkt (u.U. kostenpflichtig, meist CHF 30.- Bearbeitungsgebühr zzgl. Porto) weitere Abzüge der Urkunde in Form eines Zivilstandsregisterauszugs anzufordern. Die Nachbestellung ist aufgrund gesetzlicher Beschränkungen bzw. aus Datenschutzgründen fallweise mit einem Verwendungszweck zu begründen.

Die eidgenössische Todesurkunde ist dreisprachig (Deutsch, Französisch, Italienisch) und verfügbar für Sterbefälle seit dem Jahr 2005.

Zudem ist es möglich, eine internationale Todesurkunde nach den Standards der Internationalen Kommission für das Zivilstandswesen (frz. Commission Internationale de l’Etat Civil, CIEC) zu bestellen. Diese ist fünfsprachig (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch) und gilt als Standard für Todesfälle vor dem Jahr 2005.

In vielen Kantonen bzw. Gemeinden kann die Todesurkunde per Onlineformular bestellt und mit Postversand zugestellt werden. Es ist auch zulässig, Dritte, bspw. Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen von DeinAdieu.ch, mit der Beschaffung eines Todesscheins zu beauftragen. Dazu ist die Erteilung einer schriftlichen Vollmacht erforderlich.

Nachfolgend finden Sie Links zu den Online-Schaltern einiger grösserer Gemeinwesen:

In die Sterbeurkunde werden aufgenommen (vgl. Muster):

  • Angaben zum Todesfall:
    • Datum und Uhrzeit
    • Ort (Gemeinde)
  • Angaben zur verstorbenen Person:
    • Name und ggf. Ledigname sowie andere Namen
    • Vorname
    • Geburtsdatum und Geburtsort
    • Bürgerrechte bzw. Staatsangehörigkeit (bei Ausländern)
    • Letzter Zivilstand (ledig/verheiratet/in eingetragener Partnerschaft/geschieden/verwitwet), ggf. mit Datum der Änderung
    • Wohnsitz
  • Angaben zu Angehörigen der verstorbenen Person:
    • Name und Vorname der Mutter
    • Name und Vorname des Vaters
    • Ggf. Name und Vorname sowie Geschlecht, Bürgerrecht und Wohnsitz des letzten Ehegatten/eingetragenen Partners
  • Angaben der ausstellenden Behörde:
    • Ort, Datum, Name des ausstellenden Beamten, Funktion
    • Amtsstempel
    • Unterschrift

Wozu wird der Todesschein benötigt?

Die Todesurkunde bestätigt im behördlichen und zivilen Verkehr das Ableben einer Person. Als öffentliche Urkunde (Art. 110 Abs. 5 StGB) kommt ihr eine erhöhte Glaubwürdigkeit und Beweiswirkung zu. Daher steht auch das Inverkehrbringen(lassen) oder der Missbrauch einer gefälschten Urkunde unter Strafe (Art. 251 StGB, Urkundenfälschung).

Nach der Todesmeldung (und mithin der Eintragung im Zivilstandsregister bzw. Ausstellung einer Todesurkunde) eröffnen die zuständigen kantonalen Behörden am letzten Erblasserwohnsitz von Amtes wegen den Erbgang. Dafür ist i.d.R. keine Sterbeurkunde vorzulegen.

Wohl aber brauchen die Erbberechtigten die Todesurkunde zur Beantragung eines Erbscheins. Dieser weist sie als Teilnehmer am Erbgang aus und wird bspw. zur Verfügung über Bankkonten oder Immobilien benötigt. Auch eine Bestattung darf nur vorgenommen werden, wenn eine entsprechende Sterbeurkunde ausgestellt wurde.

Zudem wird sie für zahlreiche andere Schritte nach einem Todesfall benötigt:

Nämlich begründet die Todesurkunde rechtliche Ansprüche auf Versicherungsleistungen, Hinterlassenenrenten oder Abfindungen aus obligatorischer Vorsorge sowie die Auszahlung von (gebundenen) privaten Vorsorgeguthaben. Diese unterstehen dem Sozialversicherungsrecht und werden vom Erbgang gesondert abgewickelt.

Ein anderer Hauptaspekt ist die Auflösung laufender Verträge der verstorbenen Person. Nicht alle Verträge enden automatisch mit dem Ableben einer beteiligten Partei. Sofern dies nicht gesetzlich (bspw. Arbeitsvertrag, Art. 338 OR) oder im Vertrag selbst vorgesehen ist, nehmen die Erbengemeinschaft, bzw. nach der Erbteilung einzelne Erben, als Rechtsnachfolger ihren Platz ein. Der wohl bedeutendste Fall, in dem die Vertragsauflösung unter Vorlage des Todesscheins vorzunehmen ist, ist die ausserordentliche Kündigung einer Mietwohnung nach Art. 266i OR. Oft genügt für die Vertragsauflösung eine einfache Kopie der Sterbeurkunde, das Originaldokument oder eine Beglaubigung ist nicht vonnöten.

 

Die Todesurkunde (auch Sterbeurkunde oder Todesschein, frz. Acte de décès, ital. Atto di morte) ist ein Auszug aus dem Zivilstandsregister, welche das Ableben einer Person mit Ort und Datum/Zeitpunkt bestätigt. Anhand der ausstellenden Instanz (Zivilstandsamt) und ihrer Funktion (öffentliche Urkunde) ist sie insbesondere von der ärztlichen Todesbescheinigung, der Todesmeldung sowie dem Erbschein abzugrenzen. Sie wird zur Bestattung, für manche Schritte eines Erbgangs, zum Bezug von Hinterlassenenleistungen sowie zur ausserordentlichen Beendigung von Verträgen der verstorbenen Person benötigt.

 

Weitere Artikel zum Thema:

Die Informationspflicht und der Gang zu den Behörden

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Checklisten Vorsorge & Bestattung

Berufliche Vorsorge im Todesfall – ein Überblick über das Drei-Säulen-Prinzip und die Pensionskasse

Wohnungskündigung im Todesfall – kein automatischer Auflösungsgrund

 

Externe Links:

Ermittlung des zuständigen Zivilstandsamtes

Familienschein

Schriftenempfangsschein bzw. Meldebestätigung

Todesurkunde (Muster)

Departement Volkswirtschaft und Inneres Kanton Aargau

Justiz- und Sicherheitsdepartement Kanton Basel-Stadt

Polizei- und Militärdirektion Kanton Bern

Stadt Luzern

Präsidialdepartement Stadt Zürich

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