Ältere Frau bevollmächtigt Tochter (Beispielbild: iStock)
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Die Vollmacht – im Auftrag und zum Wohle Dritter

Teilweise überlassen wir gewisse Aufgaben zu unserem eigenen Wohl anderen Personen. Meistens geschieht dies formlos. Doch manchmal bedarf es eines besonderen Schriftstückes: der Vollmacht. Bestimmte Vollmachten sind insbesondere im höheren Alter enorm wichtig. Doch was genau ist eine Vollmacht, wie hat diese auszusehen und wie wird sichergestellt, dass der Bevollmächtigte nicht zu weit geht?

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
07. August 2017

Sinn & Zweck einer Vollmacht

In einer Vollmacht bestätigt eine Person mit ihrer Unterschrift, dass eine andere Person für sie gewisse Geschäfte erledigen oder Entscheidungen fällen darf. In der Wirtschaft wird so verhindert, dass Geschäftsherren alle Geschäfte persönlich tätigen müssen. Betagte Personen, Eheleute und weitere bedienen sich der Vollmacht, um sich abzusichern. Dies indem sie ihren Nachkommen oder anderen Angehörigen gewisse Aufträge erteilen oder diesen die Entscheidungsmacht in bestimmten Fällen (z.B. einer plötzlichen Urteilsunfähigkeit infolge eines Unfalls) einräumen.

Formelles bezüglich Vollmachten

Eine Vollmacht muss nicht, anders als ein Testament, handschriftlich verfasst werden. Eine gültige Vollmacht braucht eine (handschriftliche) Unterschrift und muss mit dem Datum versehen sein. Eine Beurkundung ist nicht Gültigkeitsvoraussetzung, kann aber teilweise zur höheren Beweiskraft von Nutzen sein. Zur Aufbewahrung bieten sich Treuhänder, Anwälte, Banken oder auch sichere Orte bei Ihnen zu Hause an.

Eine Vollmacht kann jederzeit widerrufen werden. Sie endet aber spätestens mit dem Tod des Vollmachtgebers.

Abgrenzungen & Beispiele

Der Inhalt einer Vollmacht kann mehr oder weniger frei gewählt werden. Wichtig ist jedoch, dass die Befugnisse klar definiert sind, um späteren Konflikten vorzubeugen. In unserem deinedieu.ch Downloadcenter finden Sie Vorlagen zu folgenden Vollmachten und vollmachtsähnlichen Produkten (mehr dazu in jeweiligen Beiträgen):

  • Spezialvollmacht: Dieses Dokument erlaubt den Bevollmächtigten die Ausübung einzelner, klar definierter Tätigkeiten.
  • Generalvollmacht der Erben: Erlaubt den Bevollmächtigten in allen Belangen, welche die Erbschaft betreffen, tätig zu werden. Diese Vollmacht ist von allen Erben zu unterzeichnen.
  • Patientenvollmacht: Diese Vollmacht ist eine Alternative zur detaillierteren Patientenverfügung. Hier wird eine Person generell dazu berechtigt, beim Eintritt der Urteilsunfähigkeit des Vollmachtgebers, für diesen seine die Gesundheit betreffenden Entscheidungen zu fällen.
  • Vorsorgeauftrag zur Beurkundung / Vorsorgeauftrag handschriftlich: Der Vorsorgeauftrag geht über eine blosse Vollmacht hinaus, weil er nicht nur Erlaubnis zur Ausführung eines Auftrags erteilt. Viel mehr beinhaltet er den Auftrag selber und kann zudem mit Weisungen verbunden sein. Damit kann sichergestellt werden, dass die Wünsche einer Person auch im Falle der Urteilsunfähigkeit weiterhin beachtet und befolgt werden.

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