Ehepaar im gemeinsamen Heim (Beispielbild: iStock)
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Immobilien im Nachlass – Was sollte der Erblasser regeln

Immobilien im Nachlass lassen sich nicht gleich einfach aufteilen wie ein Bank-Guthaben. Um Streit und Verzögerungen zu verhindern, sollte der Erblasser sich zu Lebzeiten überlegen, was nach seinem Tod mit seinen Immobilien passieren soll. Ehepartner haben gemäss geltendem Erbrecht ein Vorrecht bei zuvor gemeinsam bewohnten Immobilien, natürlich unter Anrechnung auf ihren Erbteil. Wohnrecht und Nutzniessung sind weitere rechtliche Gefässe, um überlebende Partner abzusichern.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
09. März 2018

Setzen Sie Regeln fest

Mit Regeln, die der Erblasser zu Lebzeiten festsetzt, insbesondere in Bezug auf Immobilien im Nachlass, kann unter Umständen eine aufreibende und lang andauernde Erbteilung verhindert werden. Es kann beispielsweise einzelnen Erben teilweise schwer
fallen, sich vom Elternhaus zu trennen, wodurch sich die ganze Erbteilung verzögern kann. Gelangen Immobilien als Ganzes in den Nachlass müssen sich die Erben nämlich erst einig sein, wie mit diesen weiter vorzugehen ist. Mit einer „Teilungsvorschrift“ kann
der Erblasser im Voraus festlegen, welchem Erben welche Sache / Immobilie zugeteilt werden soll. Auch bei Teilungsvorschriften müssen selbstverständlich die Pflichtteile der gesetzlichen Erben eingehalten werden. Bei einer allfälligen Verletzung der Pflichtteile müsste der Überbegünstigte die anderen entsprechend abfinden.

Wohnrecht und Nutzniessung

Um den überlebenden Partner in Bezug auf Immobilien im Nachlass abzusichern, wird häufig auf das Instrument des Wohnrechts oder der Nutzniessung zurückgegriffen. Wo liegen die Unterschiede dieser Gefässe?

  • Das Wohnrecht ist persönlich und nicht übertragbar. Der Nutzniesser kann hingegen auch Räumlichkeiten vermieten und die Erträge behalten.
  • Beim Wohnrecht trägt der Eigentümer die Kosten. Der Wohnberechtigte trägt also (ausser dem kleinen Unterhalt) keine Kosten für Hypotheken, Renovationen etc. Der Nutzniesser, der Erträge behalten darf, trägt im Umkehrschluss auch die Kosten einer Hypothek, der Versicherungen etc.

Welches Instrument am sinnvollsten ist, muss im Einzelfall festgelegt werden. Allenfalls kann es sinnvoll sein, sich in Bezug auf die Nachlassplanung betreffend Immobilien beraten zu lassen.

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