Mann kümmert sich um die Verträge seiner verstorbenen Frau (Beispielbild: iStock)
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Wohnungskündigung im Todesfall – kein automatischer Auflösungsgrund

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gibt es viel zu organisieren. Unter anderem stellt sich auch die Frage, was mit der Wohnung im Todesfall passiert. Es ist wichtig, die Wohnung rechtzeitig zu kündigen, da der Todesfall nicht etwa automatisch die Kündigung auslöst. Wenn möglich, sollte die Erbengemeinschaft dies zusammen tun.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
22. August 2017

Welche Kündigungsfristen gelten im Todesfall

Art. 266i OR regelt die ausserordentliche Kündigungsmöglichkeit im Todesfall eines Mieters. Gemäss dieser Bestimmung können Sie das Mietverhältnis mit der gesetzlichen Frist auf den nächsten gesetzlichen Termin kündigen, auch wenn der Mietvertrag erst eine spätere Kündigung zulassen sollte. Die gesetzliche Frist beträgt bei einer Wohnung 3 und bei Geschäftsräumen 6 Monate. Der gesetzliche Termin ist der ortsübliche. Unter Umständen lässt der Mietvertrag eine schnellere Kündigung der Wohnung zu als die Bestimmung im OR. In Zürich beispielsweise, wo es nur zwei ortsübliche Kündigungstermine pro Jahr gibt, ist dies der Fall. Dann können Sie demnach gestützt auf die vertraglichen Kündigungsfristen und -termine kündigen. Weiter haben Sie die Möglichkeit, dem Vermieter einen zumutbaren Nachmieter für die Wohnung vorzuschlagen. Wenn Sie einen zumutbaren Nachmieter stellen können, sind Sie vom Mietverhältnis befreit und müssen nicht einmal die dreimonatige Kündigungsfrist einhalten.

Wer muss die Wohnung kündigen?

Ein Mietverhältnis erlischt nicht automatisch im Todesfall. Die Erben müssen die Wohnung kündigen. Grundsätzlich müssen alle Erben gemeinsam als Erbengemeinschaft kündigen. Am einfachsten ist es daher, wenn alle Erben die Wohnungskündigung unterschreiben. Es ist jedoch auch möglich, dass ein durch die Erben bestimmter Vertreter oder, falls es einen solchen gibt, der Willensvollstrecker die Kündigung der Wohnung einreicht. Bedenken Sie, dass die Erben die Wohnung möglicherweise nicht selbstständig kündigen können, wenn einer von mehreren Mitmietern verstirbt.

Siehe auch: Wohnungsauflösung im Todesfall – wohin mit den Sachen?

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