Der Erbvertrag wird mit und unter Einbezug der Erben abgeschlossen.
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Der Erbvertrag

Eine Person kann in der Vorbereitung auf ihr Ableben ein Erbvertrag errichten. Dadurch kann sie über den Tod hinweg über ihr Vermögen verwalten.

Artikel verfasst von Leonard Christen, B.A. HSG in Law am
18. Januar 2017

Der Erbvertrag stellt eine Scharnierform zwischen Verpflichtung unter Lebenden und Verfügung von Todes wegen dar. Wie der Name deutlich macht, handelt es sich um einen Vertrag. Im Gegensatz zum Testament (einseitige Verfügung), müssen auch die Erben den Vertrag (mehrseitige Obligation) unterzeichnen. Damit es zu einer gültigen Unterzeichnung kommen kann, bedürfen die Personen der Handlungsfähigkeit. Demnach müssen sie mind. 18 Jahre und urteilsfähig sein –  sprich, in der Lage, vernunftgemäss zu agieren. Ferner bedarf ein Erbvertrag der öffentlichen Beurkundung. Die Vertragsparteien müssen sodann zu einer Amtsperson gemäss kantonalem Rechts gehen und dort unter Aufsicht von zwei Zeugen den Erbvertrag in einer Urkunde festhalten lassen. Aufgrund dessen bietet ein Erbvertrag grosse Rechtssicherheit für die Beteiligten.

Erbvertrag: Möglicher Inhalt

Im Sinne der Vertragsfreiheit können die Parteien innerhalb der Schranken frei über den Inhalt bestimmen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind bei einem Erbvertrag weiter als bei einem Testament. Während bei einem Testament die Pflichtteile zwingend einzuhalten sind, können diese bei einem Erbvertrag – bei Zustimmung der betroffenen Person – gültig unterschritten werden. Pflichtteilsgeschützte Erben, wie z.B. Kinder, können zugunsten des überlebenden Ehegatten, bzw. der eingetragenen Partnerin auf ihren Erbteil verzichten.

Allfällige Nachteile

Für die Aufhebung, Ergänzung oder Abänderung eines Erbvertrages sind dieselben Formvorschriften notwendig wie für dessen Errichtung. Es handelt sich demnach um ein sehr stabiles, tendenziell starres Konstrukt. Demnach ist es z.B. möglich, dass mit dieser Verfügungsform den sich eher schnell ändernden Beziehungen zwischen den Vertragsparteien nicht genügend Rechnung getragen werden kann. Im Gegensatz zum Testament, welches einseitig abänderbar ist, wird hier die Zustimmung aller Vertragsparteien verlangt, damit es zu einer gültigen Abänderung kommt.

Von Leonard Christen, B. A. LAW HSG

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