Claire Eckert mit ihrer Regenbogen-Urne. Für die Künstlerin verbindet der Regenbogen das Diesseits mit dem Jenseits. Foto: Peter Lauth
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Claire Eckert: Individuell gestaltete Urnen sind «ein letzter Liebesbeweis»

Urnen müssen nicht unbedingt auf dem Friedhof landen. Individuell gestaltete Gefässe bergen die Asche liebgewordener Menschen in sich und sind Schmuckstücke.

Artikel verfasst von Martin Schuppli, Autor am
06. Juni 2016

Der Regenbogen ist ein Mysterium. Niemand kann sagen, wo er beginnt. Niemand weiss, wo er endet. Claire Eckert lächelt. «Für mich ist der Regenbogen eine schöne Symbolik. Er verbindet das Diesseits mit dem Jenseits. Und darum passt er ausgezeichnet zu meinem Atelier. Kuranya. Das heisst Regenbogen in der Sprache der Aborigines, also der Ureinwohner Australiens.»

Claire Eckert, gelernte Floristin, sagt: «Meine Liebe gilt dem kreativen und dem ästhetischen Gestalten. Ich dekoriere leidenschaftlich gerne. Sammelte viele Jahre Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Materialien.»

Urnen sind einzigartig wie unser Leben

Ihre Urnen sind Unikate. Die erste gestaltete sie im April 2011. Jede hat ihre eigene Form, ihre eigenen Farben und ist individuell dekoriert «Unser Leben ist einzigartig, und das soll auch am Lebensende nochmals sichtbar werden», schreibt die Künstlerin auf ihrer Webseite. Die Nidwaldnerin findet: «Individuell verzierte Urnen sind ein schöner Weg, Verstorbenen einen letzten Liebesdienst zu erweisen. Ihren Abschied noch persönlicher zu gestalten. Ich fertige die Gefässe nach den Wünschen der Angehörigen. Die Urne soll Charakter und Wesensart der verstorbenen Person betonen.»

Es kommt vor, dass Menschen Farbe, Form und Gestaltung ihrer eigenen Urne mit Claire Eckert besprechen. «Ein besonders schöner Moment», sagt die Künstlerin. «Solche Gespräche gehen mir sehr nahe.» Sie legt eine Pause ein, denkt nach und fährt dann fort: «In den meisten Fällen kommen aber Angehörige auf mich zu. Sie wünschen sich beispielsweise eine Teilurne. Dann können sie die Asche der verstorbenen Person aufteilen.»

«Jede Urne ist unverwechselbar, wie der Mensch, für den ich sie kreiere»

Wer eine Urne möchte, trifft Claire Eckert im Atelier in Stans. Dort stehen einige Modelle zur Auswahl und die Atmosphäre hilft, gestalterische Einzelheiten festzulegen. Dabei ist alles möglich, sagt Claire Eckert. «Die Urne kann schlicht, elegant, verspielt oder extravagant sein.» Wer möchte, bringt ein eigenes Gefäss mit. Zur Dekoration verwendet die Mutter von vier erwachsenen Kindern Materialien wie Ton, Gips, Stoff, Kunstblumen, Sand, Muscheln, Glas, Holz oder Kunststoff. «Meiner Phantasie setze ich keine Grenzen», sagt Claire Eckert. «Manchmal beziehen wir persönliche Gegenstände mit ein. Jede Urne soll so unverwechselbar sein, wie der Mensch es war, für den ich sie fertigte.»

Mit ihrem Atelier Kuranya biete Claire Eckert eine besondere Serviceleistung an. Sie empfindet das individuelle Gestalten von Urnen als eine bereichernde und berührende Tätigkeit. Getragen von der Überzeugung, dass es die Persönlichkeit ist, die jeden Menschen unvergesslich macht. «Und so biete ich eine Möglichkeit, diese Individualität bei der Abschiedsfeier noch einmal sichtbar zu machen. Mit der persönlichen Urne kann jemand den Prozess der Trauer bewusster gestalten und ihn vielleicht auch ein klein wenig erhellen.»

«Für mich ist der Tod ein Übergang in den ewigen Frieden»

Für Claire Eckert ist der Tod ein Loslassen. Sie ist überzeugt: «Erst wenn ich das Ende meiner Tage akzeptiert habe und mit mir im Reinen bin, kann ich in Frieden einschlafen. Der Tod ist für mich ein Zuhause. Ein Zuhause in einer anderen Dimension.» In den letzten Jahren musste sie sich von drei geliebten Menschen verabschieden. «Und zwar von meiner Mutter, von einer liebe Tante sowie einem Onkel. Alle waren über neunzig Jahre alt. Ihr Tod hinterliess eine Leere. Und diese Leere füllte ich mit unvergesslichen Erinnerungen. Nach so vielen schönen Jahren soll man nicht hadern, sondern danke sagen. Die Trauer verarbeite ich für mich. Ich gehe hinaus in die Natur, geniesse die Stille, höre mir schöne Musik an und komme so mit der neuen Situation ins Reine.»

An eine Wiedergeburt glaubt die katholisch erzogene Künstlerin nicht. Für Claire Eckert bedeutet der Tod einen «Übergang in den ewigen Frieden.»

Text: Martin Schuppli/Foto: Peter Lauth

Claire Eckert – Atelier Kuranya
Erlenwäldlistrasse 11  |  6370 Stans-Oberdorf NW
Tel. +41 78 608 53 47
claire@urnen-verzieren.ch | www.urnen-verzieren.ch

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