Absicherung des Konkubinatpartners (Beispielbild iStock)
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Absicherung des Konkubinatspartners – wie geht man am besten vor?

Viele Paare sind heute ohne Trauschein und ehegüterrechtlichen Schutz glücklich. Um den Konkubinatspartner im Todesfall abzusichern, können verschiedene Massnahmen ergriffen werden. In der gesetzlichen Erbfolge geht der Konkubinatspartner leer aus.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
26. Februar 2019

Konkubinat und gesetzliche Erbfolge

Das Konkubinat, also das Zusammenwohnen zweier unverheirateter Lebenspartner, ist in der gesetzlichen Erbfolge nicht geregelt. Ohne gültige Ehe kann der Konkubinatpartner daher klarerweise keine ehegüterrechtlichen Ansprüche geltend machen. Die gesetzliche Erbfolge tritt immer dann ein, wenn ein Erblasser kein Testament oder keinen Erbvertrag verfasst hat. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall der Konkubinatpartner leer ausgehen würde, auch wenn man bereits viele Jahre oder Jahrzehnte zusammen lebt. Mit anderen Worten: Wenn Sie Ihrem Konkubinatpartner im Todesfall etwas hinterlassen möchten, dann müssen Sie dies per Testament oder Erbvertrag tun.

Was für Möglichkeiten habe ich im Detail?

Wenn der Konkubinatpartner im Testament begünstigt werden soll, sind gleichwohl die Pflichtteile der gesetzlichen Erben zu beachten. Bei Kindern wären dies ¾ des Nachlasses, wenn diese mit dem Konkubinatpartner teilen. In einem Testament könnte dem Konkubinatpartner somit ¼ des Nachlasses zugewiesen werden. Natürlich kann ein Erblasser auch mehr zuweisen, aber den Kindern stets diesfalls die Möglichkeit der Anfechtung zur Verfügung (Herabsetzungsklage). Möchte man dieses Risiko umgehen, muss man mit dem Konkubinatpartner und den Kindern einen Erbvertrag vereinbaren. In diesem können die Kinder auf ihren Erbanteil verzichten oder sich einverstanden erklären, dass sie ihren Anteil beispielsweise nach dem Tod des überlebenden Partners erhalten (Nutzniessung). Wenn mit Eltern des Erblassers zu teilen wäre, kann ½ des Nachlasses dem Konkubinatpartner zugewiesen werden.

Was passiert mit AHV, Pensionskasse, etc.?

Im Todesfall eines Konkubinatpartners gibt es keine Witwen- oder Witwerrente von der AHV. Das ist unabänderbar. Pensionskassen dürfen jedoch freiwillig Todesfallleistungen ausrichten. Das ist im Detail mit Ihrer Pensionskasse abzuklären. Grundsätzlich muss das Konkubinat mindestens 5 Jahre bestanden haben, der überlebende Partner vom Verstorbenen massgeblich unterstützt worden sein oder für ein gemeinsames Kind zu sorgen sein.

Im Rahmen der privaten Vorsorge (3. Säule) kann der Erblasser seinen Konkubinatpartner begünstigen. Dafür muss man der Vorsorgeeinrichtung eine schriftliche Begünstigungserklärung abgeben. Konkubinatpartner sollten sich auch überlegen, einen Vorsorgeauftrag zu errichten, wo sie festlegen, dass der Partner im Falle eine Urteilsunfähigkeit wichtige Entscheide für den anderen treffen kann. Unter Ehegatten kommt diese Berechtigung dem Partner von Gesetzes wegen zu, soweit nicht anders verfügt.

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