In einem Testament oder Erbvertrag können auch gemeinnützige Organisationen begünstigt werden (Symbolbild: iStock)
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Berücksichtigung einer Gemeinnützigen Organisation

In einem Testament oder in einem Erbvertrag kann der Erblasser im Rahmen der frei verfügbaren Quote auch gemeinnützige Organisationen begünstigen. Am einfachsten ist es, eine gemeinnützige Organisation im Testament mit einem bestimmten Betrag zu berücksichtigen, also mit einem Vermächtnis (auch Legat) mittels Verfügung. Mit dem Vermächtnis kann eine Organisation am Nachlass beteiligt werden, ohne dass sie dabei eine weitreichende Erbenstellung bekommt.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
04. Juli 2017

Wie wähle ich eine Gemeinnützige Organisation aus?

Bevor ein Erblasser eine gemeinnützige Organisation auswählt, sollte er sich ein vertieftes Bild über deren Aufgaben und den Einsatz der Gelder machen. Die Stiftung „Zewo“ (Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen) verleiht vertrauenswürdigen Hilfswerken aus der Schweiz nach einer Überprüfung ein Gütesiegel. Die Organisationen werden regelmässig in Bezug auf den Umgang mit ihren Spendengeldern kontrolliert und hinterfragt. Gleichwohl gibt es aber auch Organisationen, die vertrauenswürdig sind, jedoch aus anderweitigen Gründen nicht zertifiziert werden. Hierfür ist eine detaillierte Abklärung über die gemeinnützige Organisation nötig.

Wieso sollte ich die Form des Vermächtnisses / Legat wählen?

Alternativ zu der sehr weitreichenden Erbeinsetzung bietet sich ein Vermächtnis an. Durch ein Vermächtnis (auch Legat) kann eine gemeinnützige Organisation am Nachlass beteiligt werden, ohne dass sie eine Erbenstellung erhält. Im Moment des Todes eines Erblassers entsteht einzig ein Anspruch des Vermächtnisnehmers (hier die Organisation) gegenüber der Erbengemeinschaft zur Übertragung des Vermächtnisses, also des festgelegten Betrages. Da dem Vermächtnisnehmer aber keine Erbenstellung zukommt, haftet er nicht für die Schulden des Erblassers und nimmt auch nicht an der Verwaltung und Teilung der Erbschaft teil.

Sowohl die Erbeinsetzung als auch die Ausrichtung eines Legats (vgl. dazu Muster-Klausel in unserem Download-Center) müssen in einer letztwilligen Verfügung geregelt sein. Es ist somit entweder ein Testament zu verfassen oder ein Erbvertrag abzuschliessen. Der Erbvertrag muss durch einen Notar öffentlich beurkundet werden, beim Testament reicht eine mit Unterschrift und Datum versehene handschriftliche Fassung.

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