Anna Margareta Neff, Hebamme, Lebens- und Trauerbegleiterin, leitet die Fachstelle Kindsverlust.ch. (Foto: Daniela Friedli)
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Kinds­ver­lust: «Behan­delt das ver­stor­be­ne Kind mit Wür­de»

Anna Mar­ga­re­ta Neff setzt sich dafür ein, dass Eltern, Behör­den und Fach­per­so­nen ein zu früh ver­stor­be­nes Kind wür­dig behan­deln. «Dann kön­nen Betrof­fe­ne den Kinds­ver­lust bes­ser ver­ar­bei­ten.»

Artikel verfasst von Martin Schuppli, Journalist BR am
12. August 2016

Stirbt ein Kind vor sei­nen Eltern, ist das ein «aus­ser­or­dent­li­cher Fall», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. Die gebür­ti­ge Appen­zel­le­rin arbei­te­te zehn Jah­re lang als Heb­am­me, Lebens- und Trau­er­be­glei­te­rin an der Frau­en­kli­nik des Ber­ner Insel­spi­tals. Seit Som­mer 2014 lei­tet sie die Fach­stel­le kindsverlust.ch.

Vor­ge­se­hen ist so ein frü­her Tod eines Kin­des nicht. «Im Gegen­teil», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff, «wir rech­nen damit, dass zuerst die Eltern ster­ben, dann die Kin­der. Und die­se Kin­der haben beim Tod der Eltern oft noch ein lan­ges Leben vor sich.»

Anna Mar­ga­re­ta Neff erlebt Eltern in gros­sen Nöten. Etwa nach einer Fehl­ge­burt oder wenn der Arzt, die Ärz­tin kei­ne Herz­tö­ne mehr hört, wenn das Kind im Bauch gestor­ben ist. Was unter­nimmt die erfah­re­ne Frau in einem sol­chen Moment? «Als ers­tes und wich­tigs­tes gilt, nicht sofort ins Han­deln kom­men. Wenn Eltern erfah­ren, dass ihr Unge­bo­re­nes krank ist oder nicht mehr lebt, kom­men sie in eine Kri­se, erle­ben die­se Situa­ti­on als Schock.»

Kinds­ver­lust: im Schock kei­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen

In so einem Moment gilt es, Eltern zu beglei­ten. Sie sol­len im Schock kei­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen, aus­ser in einer Not­fall­si­tua­ti­on. Etwa dann, wenn das Leben der Mut­ter bedroht ist. «Erfah­rungs­ge­mäss dau­ert es etwa drei bis vier Tage, bis der ers­te Schock ver­ebbt», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. «In die­ser Zeit ist es ganz wich­tig, dass Eltern nicht allei­ne gelas­sen wer­den. Sie brau­chen eine pro­fes­sio­nel­le Ansprech­per­son und Beglei­tung. Die Heb­am­me ist Beglei­te­rin der Eltern wäh­rend des gesam­ten Ver­laufs. Sie ist beim Tod des Kin­des die Fach­frau, die eine kon­ti­nu­ier­li­che Beglei­tung bie­tet. Lei­der fehlt die­se Infor­ma­ti­on vie­len Eltern.»

Kindsverlust: Anna Margareta Neff ist Hebamme, Lebens- und Trauerbegleiterin

«Erfah­rungs­ge­mäss dau­ert es nach einem Kinds­ver­lust etwa drei bis vier Tage, bis der ers­te Schock ver­ebbt», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. «In die­ser Zeit ist es ganz wich­tig, dass Eltern nicht allei­ne gelas­sen wer­den.» (Foto: Danie­la Fried­li)

Stellt ein Arzt, eine Ärz­tin mit­tels Ultra­schall fest, dass ein Kind nicht mehr lebt, besteht sel­ten sofor­ti­ger Hand­lungs­be­darf. Es braucht nicht unmit­tel­bar eine Curet­ta­ge, eine Aus­scha­bung. Auch muss die Geburt nicht umge­hend aus­ge­löst wer­den. «Nein, das ist nicht nötig», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. «Betrof­fe­ne brau­chen zuerst Zeit, um zu rea­li­sie­ren, was gesche­hen ist. Denn jetzt muss die Frau das Ver­trau­en in ihren Kör­per zurücker­lan­gen.» Die Heb­am­me und Trau­er­be­glei­te­rin redet jetzt ganz bestimmt. «Häu­fig kom­men Fra­gen wie: ‹Wie­so habe ich nichts gemerkt?› oder ‹Ich hät­te doch spü­ren müs­sen, dass mein Kind im Bauch gestor­ben ist?›. Frau­en machen sich Vor­wür­fe. Etwa: ‹Nicht ein­mal da hat mein Kör­per funk­tio­niert.› ‹Die Ein­lei­tungs­ta­blet­ten haben nicht gewirkt, es ist nichts pas­siert, und dann muss­te noch eine Curet­ta­ge gemacht wer­den.› Sol­che Schuld­ge­füh­le und Vor­wür­fe gehö­ren zum Trau­er­pro­zess. Wer­den sie jedoch durch über­eil­tes Han­deln ver­stärkt, brin­gen sie einen weg von den eige­nen Res­sour­cen.»

Anna Mar­ga­re­ta Neff schweigt, atmet durch. Fried­lich ist die Stim­mung auf dem Schoss­hal­den-Fried­hof. Dann fährt die erfah­re­ne Fach­frau fort: «Abwar­ten­des Ver­hal­ten för­dert das Zu-sich-Kom­men und das Wie­der-hand­lungs­fä­hig-Wer­den. Es för­dert die Bereit­schaft, den Pro­zess des Gebä­rens in Gang zu brin­gen. Dadurch kann die Frau wie­der Ver­trau­en in ihren Kör­per bekom­men und ihr Kind zur Welt brin­gen.»

Zum ver­stor­be­nen Kind eine Bezie­hung auf­bau­en

Ist ein Kind im Bauch gestor­ben, rät Anna Mar­ga­re­ta Neff den Eltern, «sie sol­len in Bezie­hung zu ihrem Kind tre­ten, eine wür­di­ge Bezie­hung auf­bau­en». Aber was heisst das? «Ich sage den Eltern, sie sol­len sich erin­nern, wie es war, bevor der Arzt gesagt hat, das Kind sei gestor­ben oder fehl­ge­bil­det. Ich sage der Mut­ter, sie sol­le sich erin­nern, was sie da gespürt habe. Wel­che Gefüh­le sie damals gehabt habe. Ich ermu­ti­ge sie, ihre Hand wie­der auf ihren Bauch zu legen. Ich sage ihr, dass es noch das glei­che Kind sei wie vor der Dia­gno­se – ihr Kind.»

Mit die­ser Betreu­ung möch­te die Heb­am­me betrof­fe­nen Müt­tern, Vätern, Eltern bewusst machen, «dass die­ses Kind immer ihr Kind sein wird, auch wenn es gestor­ben ist oder ster­ben wird.» Eltern sind oft auf Ermu­ti­gung ange­wie­sen, sich ihrem Kind im Schmerz wie­der zuzu­wen­den.

«Gebt dem ver­stor­be­nen Kind einen Namen»

Zu einer wür­di­gen Bezie­hung gehört für Anna Mar­ga­re­ta Neff, das tote Kind zu begrüs­sen, wenn es zur Welt kommt. «Ich rate Eltern, es anzu­schau­en, will­kom­men zu heis­sen. Ich rate ihnen, es zu berüh­ren, ihm einen Namen zu geben. So erhält es einen fes­ten Platz. Ich ermu­ti­ge die Eltern, nicht vom ‹Kind› zu reden oder vom ‹Stern­li›. Ich sage ihnen: ‹Gebt ihm einen rich­ti­gen Namen›.» Das sei beson­ders wich­tig, wenn Geschwis­ter erfah­ren, dass ein Baby gestor­ben ist, sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff: «Denn Kin­der wol­len meist als ers­tes wis­sen, wie das Baby heis­se.»

Kindsverlust: Anna Margareta Neff, Hebamme, Lebens- und Trauerbegleiterin

«Ich ermu­ti­ge die Frau, ein ver­stor­be­nes Kind zu gebä­ren», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. «Ich for­de­re die Eltern auf, das ver­stor­be­ne Kind zu berüh­ren, es in die Arme zu neh­men, es zu hal­ten, es mit einer Art Ritu­al zu begrüs­sen.» (Foto: Danie­la Fried­li)

«Wür­dig» hat noch vie­le wei­te­re Facet­ten. Wie stirbt das Kind? Stirbt es in den Armen der Eltern oder allei­ne im Bett­li? Wohin kommt das ver­stor­be­ne Kind, wenn es früh in der Schwan­ger­schaft auf die Welt gekom­men ist? Ent­sorgt man es zusam­men mit den Spi­tal­ab­fäl­len? Oder bekom­men auch fehl­ge­bo­re­ne Kin­der einen wür­di­gen Platz in der Natur oder auf einem Fried­hof?

Für Fach­per­so­nen ist die Wür­de ein wich­ti­ges The­ma. Anna Mar­ga­re­ta Neff: «Wie kön­nen wir wür­dig mit den ver­stor­be­nen Kin­dern umge­hen? So, dass auch wir vor uns sel­ber ver­ant­wor­ten kön­nen, was wir tun. Was bedeu­tet es, wenn unbe­grün­de­te Richt­li­ni­en in Spi­tä­lern vor­schrei­ben, dass Eltern ihr klei­nes, totes Kind nicht mit nach Hau­se neh­men dür­fen? Was bedeu­tet es, wenn Heb­am­men und Pfle­ge­fach­frau­en nicht ein­mal fra­gen dür­fen, ob die Eltern es mit­neh­men möch­ten?»

Betreu­ung in Anspruch neh­men

Die Wor­te der Heb­am­me und Trau­er­be­glei­te­rin stim­men den Autor nach­denk­lich. Betrof­fen denkt er nach, möch­te wis­sen, war­um gemein­sa­me Geschich­ten, gemein­sa­me Erin­ne­run­gen für Eltern so wich­tig sein sol­len. Anna Mar­ga­re­ta Neff erklärts: «Stirbt ein Kind im Bauch der Mut­ter oder in der Zeit um die Geburt, exis­tie­ren noch kaum gemein­sa­me Geschich­ten, Erleb­nis­se, Erfah­run­gen. Auch ken­nen die nächs­ten Men­schen im Umfeld die­ses Kind nicht, etwa Göt­ti, Got­te, Gross­el­tern, Onkel, Tan­ten. In so einem Fall ist gemein­sa­mes Trau­ern schwie­rig und dar­un­ter lei­den die Eltern am meis­ten. Sie füh­len sich ‹allein gelas­sen›.»

In die­sen Momen­ten ist es hilf­reich, Betreu­ung in Anspruch zu neh­men. Hil­fe zu holen. Denn die gemein­sam geleb­te Zeit, das bewusst Gestal­te­te, die Begeg­nung mit ihrem Kind beein­flusst mass­geb­lich, wie eine Mut­ter, ein Vater, wie Eltern mit dem Tod ihres Kin­des wei­ter­le­ben kön­nen. Frau und Mann brau­chen Erfah­run­gen, wo sie sich als Eltern erle­ben, wo sie erfah­ren kön­nen, dass sie Eltern gewor­den sind.

Die Geburt ist Teil der gemein­sa­men Geschich­te

Aber was heisst das kon­kret? «Ich ermu­ti­ge die Frau, ein ver­stor­be­nes Kind zu gebä­ren», sagt Anna Mar­ga­re­ta Neff. «Ich for­de­re die Eltern auf, das ver­stor­be­ne Kind zu berüh­ren, es in die Arme zu neh­men, es zu hal­ten, es mit einer Art Ritu­al zu begrüs­sen. Der Vater soll die Mög­lich­keit bekom­men, sein Kind zu waschen, zu baden. Ich rate Eltern, dem Kind selbst­ge­näh­te Kleid­chen anzu­zie­hen, ihm einen Namen zu geben. Ich unter­stüt­ze trau­ern­de Eltern, den Besuch von Fami­lie und nahe­ste­hen­den Men­schen zuzu­las­sen. Also all das, was sie auch tun wür­den, wenn ein Kind lebend zur die Welt kommt.» Anna Mar­ga­re­ta Neff unter­bricht ihre Schil­de­rung, schaut sich um auf dem Fried­hof Schoss­hal­de in Bern. «Ja, und wenn die Begrüs­sungs­zeit gelebt wur­de, kann dann auch eine Abschieds­ze­re­mo­nie sehr hilf­reich sein.»

Wich­tig ist für die Heb­am­me und Trau­er­be­glei­te­rin, dass Eltern all­fäl­li­ge Geschwis­ter in den Begrüs­sungs- und Abschieds­pro­zess inte­grie­ren. «Erzäh­len Sie Kin­dern mit ein­fa­chen Wor­ten, was pas­siert ist oder was gesche­hen wird. Kin­der sind oft unse­re bes­ten Lehr­meis­ter. Sie haben meist eine noch natür­li­che und leich­te Art, mit dem Tod und mit Ver­stor­be­nen umzu­ge­hen.»

Geschwis­ter wol­len dabei sein, nicht geschont wer­den

Anna Mar­ga­re­ta Neff rät, Ritua­le durch­zu­füh­ren. «Etwa eine Zeich­nung machen für den ver­stor­be­nen Bru­der, ein Spiel­zeug aus­su­chen für die ver­stor­be­ne Schwes­ter. Auch sol­len die Geschwis­ter vom toten Kind­lein mit dem Namen reden, den Bru­der, die Schwes­ter sehen und berüh­ren und ken­nen ler­nen dür­fen. Sie sol­len bei der Abschieds­fei­er dabei sein und sel­ber etwas machen dür­fen, etwa ein Lied­li sin­gen, Blüem­li oder Stein­li brin­gen und so wei­ter. Es gibt unbe­grenz­te Mög­lich­kei­ten.»

All die­se Emp­feh­lun­gen ent­sprin­gen der­sel­ben Grund­hal­tung: dem Kind einen siche­ren Rah­men bie­ten und es beglei­ten, damit es sein Geschwis­ter ken­nen ler­nen und sich von ihm ver­ab­schie­den kann. Anna Mar­ga­re­ta Neff: «So kann es von sich aus das machen, was ihm und sei­nem Alter ent­spricht. Wich­tig dabei: kei­ne Vor­stel­lung haben, wie sich das Kind ver­hal­ten soll, ihm alle Mög­lich­kei­ten und Frei­hei­ten offen las­sen.» Oft wird aus der Moti­va­ti­on, das Kind zu scho­nen, vie­les ver­hin­dert.

Nach einem Kinds­ver­lust wie­der schwan­ger wer­den

Zum Schluss blie­ben noch eini­ge Fra­gen. Anna Mar­ga­re­ta Neff beant­wor­tet sie in einem kur­zen Inter­view:

Was geschieht, wenn eine trau­ern­de Mut­ter nach drei Mona­ten wie­der schwan­ger ist. Wie neh­men Sie ihr die Angst?
Die Angst kann ihr nie­mand neh­men. Wir kön­nen sie unter­stüt­zen, das Ver­trau­en zu stär­ken und mit der Angst einen Umgang zu fin­den. Eine ent­spre­chen­de Beglei­tung kann da sehr hilf­reich sein. Eine Frau, die ihr Kind ver­lo­ren hat und wie­der schwan­ger ist, hat bei­spiels­wei­se Recht auf eine kon­ti­nu­ier­li­che Beglei­tung durch eine Heb­am­me.

Wis­sen das die­se Frau­en?
Lei­der wis­sen das vie­le Gynä­ko­lo­gen, Gynä­ko­lo­gin­nen und Fach­per­so­nen nicht. Des­halb gelangt die­se Infor­ma­ti­on nicht zu den schwan­ge­ren Frau­en. Ent­schei­dend: Die­se Beglei­tung bei einer Risi­ko­schwan­ger­schaft wird durch die Kran­ken­kas­sen bezahlt.

Kindsverlust: Anna Margareta Neff, Hebamme, Lebens- und Trauerbegleiterin mit DeinAdieu-Autor Martin Schuppli.

DeinAdieu-Autor Mar­tin Schupp­li unter­hielt sich mit Anna Mar­ga­re­ta Neff zum The­ma Kinds­ver­lust auf dem Schoss­hal­den Fried­hof in Bern. (Foto: Danie­la Fried­li)

Und wie neh­men Sie der Frau die Angst, dem Unge­bo­re­nen kön­ne ein ähn­li­ches Schick­sal wie­der­fah­ren?
Wie gesagt, Angst kann ich nicht neh­men, sie ist ja sowie­so da. Ein Weg ist aber, die­se Ängs­te anzu­spre­chen, zu schau­en, was das denn für Ängs­te sind. Anzu­spre­chen, wie sich die­se Ängs­te mani­fes­tie­ren und dann Mög­lich­kei­ten auf­zei­gen mit ihnen umzu­ge­hen. Zudem unter­stüt­ze ich die Schwan­ge­re, das Ver­trau­en in ihren Kör­per wie­der zu stär­ken. Vie­les ist ja auch gut gegan­gen, sie ist wie­der schwan­ger gewor­den, die­ses Kind ist jetzt da und wächst.

Kin­der, die vor der 22. Woche tot­ge­bo­ren zur Welt kom­men, sind nicht mel­de­pflich­tig. Was bedeu­tet das?
Das bedeu­tet, dass die­se Kin­der beim Zivil­stands­amt nicht regis­triert wer­den. Für vie­le Eltern ist das sehr schmerz­haft, ist es doch so, als hät­te ihr Kind gar nie exis­tiert.

Wird die­se Mel­de­pflicht ange­passt?
In Deutsch­land ist es inzwi­schen mög­lich, auch nicht mel­de­pflich­ti­ge Kin­der auf Wunsch regis­trie­ren zu las­sen. Das kommt einem gros­sen Bedürf­nis von Eltern nach. Auf­grund aktu­el­ler poli­ti­scher Vor­stös­se in der Schweiz prüft das Bun­des­amt für Jus­tiz der­zeit, ob die heu­ti­ge Gren­ze für die Ein­tra­gung ange­passt oder auf­ge­ho­ben wird und somit auch nicht mel­de­pflich­ti­ge Kin­der ein­ge­tra­gen wer­den könn­ten.

Wel­che Kin­der sind denn mel­de­pflich­tig?
Tot­ge­bo­re­ne Kin­der mit einem Geburts­ge­wicht von über 500 Gramm oder mit einem Gesta­ti­ons­al­ter von min­des­tens 22 voll­ende­ten Schwan­ger­schafts­wo­chen

Was heisst das für die Bestat­tung?
Auf Grund der aktu­el­len Rechts­la­ge besteht offi­zi­ell kein Bestat­tungs­recht für die­se Kin­der. Zum Glück gibt es immer mehr Fried­hö­fe, auf denen es Gemein­schafts­grä­ber für früh ver­stor­be­ne Kin­der gibt. (DeinAdieu.ch berich­te­te über das Kin­der­feld auf dem Luzer­ner Frie­den­tal Fried­hof.)

Text: Mar­tin Schuppli/Foto: Danie­la Fried­li

kindsverlust.ch ist seit 2003 das schwei­ze­ri­sche Kom­pe­tenz­zen­trum für nach­hal­ti­ge Unter­stüt­zung beim Tod eines Kin­des in der Schwan­ger­schaft, wäh­rend der Geburt und im ers­ten Lebens­mo­nat.

kindsverlust.ch bie­tet:
• Kos­ten­lo­se Bera­tung per Tele­fon und per E-Mail für betrof­fe­ne Fami­li­en und für beglei­ten­den Fach­per­so­nen
• Erst­be­ra­tung, Not­fall­be­ra­tung für Betrof­fe­ne, Ver­mitt­lung von Fach­per­so­nen in ihrer Regi­on
• Kur­se und Schu­lun­gen für Fach­per­so­nen zum Umgang mit dem frü­hen Kinds­ver­lust im gan­zen deutsch­spra­chi­gen Raum
• Ab Herbst 2016 bie­tet kindsverlust.ch den ers­ten mehr­tä­gi­gen ver­tief­ten Lehr­gang zur pro­fes­sio­nel­len Fami­li­en­be­glei­tung beim frü­hen Tod eines Kin­des im deutsch­spra­chi­gen Raum an

Kindsverlust.ch
Bel­pstras­se 24 | 3007 Bern
fachstelle@kindsverlust.ch | www.kindsverlust.ch
Spen­den­kon­to: PC 30–708075-5 | Bera­tungs­te­le­fon: +41 31 333 33 60

DeinAdieu berich­te­te schon in ver­schie­de­nen Blog­bei­trä­gen über den Tod von Kin­dern

10. Juni 2016: Abschieds­fei­er für tot­ge­bo­re­ne Kin­der
8. Juli 2016: Kinds­tod: Fabi­en leb­te nur 62 Tage
15. Juli 2016: «Kinds­ver­lust ist eine Chan­ce»

 

  • Andrea Vogel

    Anna Mar­ga­re­ta ist ein wun­der­ba­rer Mensch und sie war eine gros­se Stüt­ze für uns!

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