Eltern kommen mit Kindern nach Hause (Beispielbild: iStock)
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Das Wohnrecht – lebenslanges Wohnen im Eigenheim sichern

Der Tod des Partners ist wohl eines der schlimmsten Erlebnisse überhaupt. Um die Wohnsituation im Todesfall abzusichern, kann man ein Wohnrecht vereinbaren. Unter dem Wohnrecht versteht man das Recht, ein Gebäude oder einen Teil eines Gebäudes zu bewohnen. Das Wohnrecht ist im Zivilgesetzbuch geregelt. Im Gegensatz zur „Nutzniessung“ (sh. auch Blog-Beitrag zur Nutzniessung) ist die Nutzung beim Wohnrecht persönlich und nicht übertragbar. Es wird meist auf Lebzeiten des Berechtigten eingeräumt (lebenslanges Wohnrecht).

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
03. Juli 2017

Wie wird ein Wohnrecht vereinbart?

Das Wohnrecht besteht in der Befugnis, in einem Gebäude oder in einem Teile eines solchen zu wohnen (Art. 776 Abs. 1 ZGB). Die Wohnrechtsdienstbarkeit entsteht durch die Eintragung im Grundbuch. Rechtsgrund für die Grundbuchseintragung ist entweder ein öffentlich beurkundeter Vertrag oder eine Verfügung von Todes wegen (Testament). Ein Formulierungsbeispiel für eine solche Klausel finden Sie in unserem Downloadcenter.

Unterschiede zur Nutzniessung

Eine alternative Möglichkeit zum Wohnrecht ist die Nutzniessung (siehe auch: Nutzniessung – Nutzung ohne Eigentum). Wohnrecht und Nutzniessung haben viele Ähnlichkeiten. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Übertragbarkeit der Nutzniessung: Anders als beim höchstpersönlichen Wohnrecht muss ein Nutzniesser die Räume nicht zwingend selber nutzen, sondern darf sie auch an dritte vermieten. Er hat zudem das Recht zur Verwaltung, muss aber neben den Unterhaltskosten auch die Versicherungsprämien, Hypothekarzinsen und Steuern zahlen. Der Begünstigte der Nutzniessung hat hingegen nicht nur den Eigenmietwert als zusätzliches Einkommen zu versteuern, sondern muss auch Vermögenssteuern auf dem amtlichen Wert der Liegenschaft leisten. Ob sich die Nutzniessung oder ein Wohnrecht besser eignet, hängt vor allem von der individuellen familiären und finanziellen Situation ab und muss daher je nach Einzelfall beurteilt werden.

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