Der Vorsorgeauftrag entfaltet Wirkung, wenn die erteilende Person urteilsunfähig geworden ist (Beispielbild: iStock)
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KESB – Was muss ich beim Vorsorgeauftrag beachten?

Es kann leider vorkommen, dass jemand durch einen Unfall, aufgrund einer Krankheit oder des Alters nicht mehr selber für sich sorgen kann und urteilsunfähig wird. Man ist auf die Hilfe Dritter angewiesen. Mit einem Vorsorgeauftrag kann jede urteilsfähige Person im Vorfeld sicherstellen, dass diesfalls eine zum Voraus bestimmte Vertrauensperson die notwendigen Angelegenheiten erledigen kann. Es sind Formvorschriften zu beachten.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
11. Mai 2018

Was ist ein Vorsorgeauftrag?

Ein Vorsorgeauftrag ermöglicht einer Person die Gestaltung der eigenen Angelegenheiten für den Fall der zukünftigen Urteils- und der daraus folgenden Handlungsunfähigkeit. Durch einen plötzlichen Unfall oder Krankheit können wir alle unerwartet in eine Situation geraten, in der wir auf Hilfe angewiesen sind. Der Vorsorgeauftrag entfaltet erst Wirkung, wenn die erteilende Person urteilsunfähig geworden ist und wenn die Urteilsunfähigkeit den im Vorsorgeauftrag umschriebenen Bereich betrifft.

Der Inhalt des Auftrages bestimmt sich aus den jeweiligen Anordnungen der Verfasserin gestützt auf die persönliche Lebenssituation und ihre eigenen Bedürfnisse. Verschiedene Aufgaben (beispielsweise Vermögenssorge oder Vertretung im Rechtsverkehr) kann die Verfasserin einzeln, zusammen oder vollständig übertragen. Die Verfasserin kann konkrete Handlungsanweisungen geben oder bestimmte Handlungen sogar explizit ausschliessen.

Im Vorsorgeauftrag kann auch die Entscheidungsbefugnis in Bezug auf medizinische Belange (sogenannte Patientenverfügung, hier gehts zur kostenlosen Vorlage) enthalten sein. Liegt ein rechtsgültiger Vorsorgeauftrag vor, kann die KESB häufig auf zusätzliche Massnahmen verzichten. Der Staat muss also bei einem rechtsgültigen und umfassenden Vorsorgeauftrag nicht einschreiten.

In welcher Form muss dieser erstellt werden?

Der Vorsorgeauftrag muss – gleich wie eine letztwillige Verfügung – gänzlich von Hand geschrieben und unterzeichnet oder notariell beurkundet werden. Die Aufgaben, die der gewählten Person übertragen werden sollen, müssen verständlich und klar beschrieben sein. Man kann Einzelaufgaben übertragen und Weisungen für die Umsetzung der Aufträge erteilen. Für die Errichtung eines Vorsorgeauftrages kann es sinnvoll sein, ein Notariat, einen Rechtsanwalt oder eine Institution wie Pro Senectute beizuziehen. Der Vorsorgeauftrag kann jederzeit abgeändert oder widerrufen werden. Auf der DeinAdieu-Website finden Sie eine Vorlage, um einen solchen Vorsorgeauftrag zu generieren. Obwohl es unangenehm erscheinen mag, sich mit dem Thema Vorsorgeauftrag auseinanderzusetzen, hat man es damit in der Hand, selbst über seine Belange zu bestimmen, solange man noch nicht urteils- und folglich handlungsunfähig ist. Deshalb lohnt es sich, sich frühzeitig zu überwinden und sich für alle Eventualitäten abzusichern.

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