Erbrechtsrevision – Chancen für eingesetzte Erben und NGOs

In der Schweiz gibt es einen Pflichtteilsschutz für nahestehende Personen wie Nachkommen und Ehegatten. Der Erblasser wird dadurch in seiner Verfügungsfreiheit eingeschränkt. Auch die Hürden für eine Enterbung sind hoch in der Schweiz. Der Erblasser wird jedoch durch die Erbrechtsrevision und die damit verbundene Reduktion der Pflichtteile mehr Freiheiten erhalten, um Wunscherben zu begünstigen.

Warum werden Pflichtteile durch die Erbrechtsrevision reduziert?

Wie man im erläuternden Bericht des Bundesamtes für Justiz nachlesen kann, soll dem Wunsch des Erblassers mehr Gewicht eingeräumt werden und eine Anpassung an moderne Familienverhältnisse stattfinden. So kann zum Beispiel in der Lebensrealität zu einem Stiefkind oder einem faktischen Lebenspartner eine enge Beziehung bestehen, diese würden jedoch im gesetzlichen Erbrechtsmodell nichts erhalten. Die Verwandtschaft alleine garantiert hingegen auch nicht, dass man eine enge Verbindung hat. Der Erblasser soll daher seinen Nachlass mehr nach seinem eigenen Empfinden gestalten können. Der Pflichtteil der Eltern wird entfallen und jener der Nachkommen von drei Vierteln auf die Hälfte reduziert. Der Erblasser gewinnt also durch die erhöhte verfügbare Quote an Gestaltungsspielraum für Zuwendungen an ihm nahestehende Personen ohne gesetzliche Verbindung oder auch gemeinnützige NGOs.

Eingesetzte Erben und gemeinnützige Organisationen / NGOs

Eingesetzte Erben sind solche, die der Erblasser selbst ausgewählt hat. Sie hätten von Gesetzes wegen keinen Erbanspruch, wenn der Erblasser sie nicht in das Testament eingesetzt hätte. Dieser Wunsch entspricht jedoch mehr und mehr den modernen Patch-Work Verhältnissen.

Die Zahl der Eheschliessungen war 2019 mit 39’000 in der Schweiz auf einem Tiefstand in den letzten 10 Jahren und immer mehr Paare leben zusammen, ohne sich rechtlich zu binden. Das heisst jedoch nicht, dass sie sich nicht absichern wollen. Auch hier wird künftig mehr Freiraum geboten.

Viele Erblasser möchten zum Schluss etwas Gutes hinterlassen und eine gemeinnützige Organisation bedenken. Durch die verringerten Pflichtteile bietet sich dafür bald mehr Spielraum.

Der Erblasser sollte sich jedoch, bevor er eine gemeinnützige Organisation auswählt, ein vertieftes Bild über deren Aufgaben und den Einsatz der Gelder machen. Die Stiftung „Zewo“ (Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen) verleiht vertrauenswürdigen Organisationen aus der Schweiz nach einer Überprüfung ein Gütesiegel. Die Organisationen werden regelmässig in Bezug auf die Verwendung der Spendengelder kontrolliert. Gleichwohl gibt es aber auch Organisationen, die vertrauenswürdig sind, jedoch aus anderweitigen Gründen nicht zertifiziert werden. Hierfür ist eine detaillierte eigene Prüfung der gemeinnützigen Organisation nötig.

Auf DeinAdieu.ch können Sie sich eine gute Übersicht über eine Vielzahl von Organisationen gemäss Ihrem Wunschgebiet verschaffen und das Legat auch gleich in Ihre letztwillige Verfügung einbauen!

Fazit zur Erbrechtsrevision

Der Erblasser erhält durch reduzierte und abgeschaffte Pflichtteile mehr Freiheiten, selbst zu entscheiden, was mit seinem Nachlass geschehen soll. Dadurch findet eine Adaption an moderne Familienverhältnisse statt. Der Erblasser kann somit grössere Teile seines Nachlasses Personen ausserhalb seiner Kernfamilie zukommen lassen und auch NGOs grosszügiger bedenken. Auf Deinadieu.ch können Sie sich sowohl über gemeinnützige Organisationen informieren als auch gleich Ihr Testament erstellen und nachher von Hand abschreiben. Wir unterstützen Sie gerne in diesem Prozess.

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