handschriftliches Testament (Beispielbild: iStock)
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Das handschriftliche Testament

Da es einfach und günstig erstellt oder aktualisiert ist, erfreut sich das handschriftliche oder eigenhändige Testament in der Schweiz grosser Beliebtheit. Es kann wahlweise daheim oder durch eine kantonale Amtsstelle aufbewahrt werden.

Artikel verfasst von Bernhard Gerstl, B.A. HSG in Law & Economics am
25. Februar 2019

Die Gültigkeitserfordernisse

Das eigenhändige Testament ist neben dem öffentlich beurkundeten und dem mündlichen Nottestament  eine der drei im Schweizerischen Zivilgesetzbuch vorgesehenen Arten, eine einseitige letztwillige Verfügung zu erlassen. Da das öffentliche Testament mit Kosten für die Inanspruchnahme notarieller Dienstleistungen verbunden und das Nottestament nur in Ausnahmefällen vorgesehen ist, greift die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer also – im wahrsten Sinne des Wortes – zu Stift und Papier, um ein eigenhändiges Testament zu aufzusetzen.

Da das Testament weitreichende Auswirkungen auf den Erbgang hat, sieht das Erbrecht als Gültigkeitsvoraussetzung eine Art der qualifizierten Schriftlichkeit vor: Das handschriftliche Testament muss – wie schon der Name impliziert – nicht nur eigenhändig unterschrieben, sondern vollumfänglich von Hand verfasst werden. Damit soll bewiesen werden, dass der Erblasser seine Verfügung tatsächlich als Ganzes entsprechend seinem wohlüberlegten letzten Willen niedergeschrieben hat und nicht bloss einen ihm unterbreiteten Vorschlag absegnet. Auch Fälschungen kann man so besser vorbeugen. Zudem erfordert Art. 505 Abs. 1 ZGB die Angabe des Datums, an dem das Testament verfasst wurde.

Änderungen am eigenhändigen Testament

Nachträgliche Änderungen an einem eigenhändigen Testament sorgen oft für Verwirrung. Die oben erwähnten unterschiedlichen Formen des Testaments sind einander gleichgestellt, sodass keine gegenüber einem anderen formgültigen Testament pauschal den Vortritt beanspruchen kann.

Grundsätzlich gilt der Vorrang des jüngeren Testaments – nicht zuletzt daher ist die Datumsangabe ein wesentliches Gültigkeitserfordernis. Der Grundsatz kann jedoch beispielsweise durchbrochen werden, wenn der Erblasser im Zeitpunkt, als er das letzte Testament eigenhändig verfasst hat, nachweislich nicht mehr verfügungsfähig war. Scheitert die Formgültigkeit eines Testaments ausschliesslich am Datum, so kann es dennoch rechtlich bindend werden, sofern der Entstehungszeitpunkt für die Gültigkeit erforderlich und auf andere Weise feststellbar ist.

Möchten Sie ein Testament aufheben, so können Sie dies entweder durch einen – vollständigen oder teilweisen – Widerruf, durch die Vernichtung des Dokuments, oder durch eine gegenstehende spätere Verfügung erreichen. Bei der späteren Verfügung ist es von grösster Bedeutung, das Verhältnis zu den vorangehenden explizit zu regeln. Im Zweifelsfall wird das frühere Testament als durch das spätere aufgehoben betrachtet, also der Widerruf vermutet. Soll es lediglich eine Ergänzung darstellen, müssen Sie diesen Wunsch explizit ausdrücken.

Auch Einschübe oder Anmerkungen in einem fortbestehenden Testament sind denkbar. Dabei ist dasselbe qualifizierte Schriftlichkeitserfordernis zu beachten und es empfiehlt sich, sie ebenfalls mit eigenem Hinzufügungsdatum und Unterschrift zu versehen oder am Ende des Dokuments einen Vermerk wie „Geändert am TTMMJJJJ“ anzubringen.

Anfechtungsmöglichkeiten – wie sichere ich mich ab?

Zunächst ist es notwendig, dass das Testament überhaupt den Erben eröffnet werden kann. Beim eigenhändigen Testament ist dies vor allem dann keine Selbstverständlichkeit, wenn der Erblasser es daheim ohne Wissen oder Zugriffsmöglichkeit der Angehörigen aufbewahrt. Deshalb sieht das ZGB vor, dass alle Kantone die Möglichkeit gewährleisten, ein eigenhändiges Testament offen oder verschlossen bei einer Amtsstelle zu verwahren. Diese kann bei Vorliegen einer Todesbescheinigung von Amtes wegen die Testamentseröffnung einleiten.

Ist ein Testament zwar auffindbar, leidet es aber an einem oder mehreren Formmängeln, so ist es aufgrund dieser für jede Person mit einem Interesse an seiner Aufhebung anfechtbar (nicht aber per se ungültig). Dasselbe gilt, wenn der Verfasser beim Aufsetzen verfügungsunfähig war, einem Willensmangel unterlag oder das Testament einen rechts- oder sittenwidrigen Inhalt aufweist. Die Klagemöglichkeit verjährt (relativ) ein Jahr nach Kenntnisnahme des Mangels durch den Berechtigten oder (absolut) zehn Jahre nach der Testamentseröffnung.

Auch ein an sich mängelfreies Testament kann mit der Herabsetzungsklage bis zu einem gewissen Punkt, nämlich dem geschützten Pflichtteil gewisser Erben, angefochten werden, wenn die Zuteilung des Erblassers diesen verletzt.

Den wirksamsten Schutz vor solchen Problemen mit dem eigenhändigen Testament bietet ein Beratungsgespräch mit fachkundigen Personen. DeinAdieu.ch hat dafür das passende Angebot: Handschriftliches Testament

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