Dr. Ruth Baumann-Hölzle, Theologin und Leiterin des Instituts Dialog und Ethik. (Foto: Bruno Torricelli)
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«Wann ist wel­che Art der Ster­be­hil­fe ange­bracht?»

Nico­las Geh­rig und Mar­tin Schupp­li spra­chen mit der Ethi­ke­rin Theo­lo­gin Dr. Ruth Bau­mann-Hölz­le über das Leben und das Ster­ben. Über Sui­zid, Ster­be­fas­ten und Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen.

Artikel verfasst von Martin Schuppli, Journalist BR am
18. Mai 2016

Frau Bau­mann-Hölz­le, wann ist ein Leben lebens­wert?
Ruth Bau­mann-Hölz­le: Grund­sätz­lich gilt vor dem Gesetz das Leben jedes Men­schen gleich viel, denn die Men­schen­wür­de ist nicht an Fähig­kei­ten und Eigen­schaf­ten gebun­den. In der Schweiz hat aber jeder Mensch die Frei­heit, sel­ber zu ent­schei­den, ob er sein Leben noch als lebens­wert betrach­ten will oder nicht.

Wer darf darüber ent­schei­den? Ärzte, Angehörige oder nur die betrof­fe­ne Per­son sel­ber?
Eigent­lich kann der Ent­scheid, ob ich mei­ne Leben als lebens­wert emp­fin­de oder nicht, nicht an ande­re dele­giert wer­den. Solan­ge jemand urteils­fä­hig ist, ent­schei­det die Per­son immer sel­ber. Gleich­wohl kommt man in gewis­sen medi­zi­ni­schen Situa­tio­nen nicht umhin, stell­ver­tre­tend zu ent­schei­den, ob lebens­er­hal­ten­de Mass­nah­men ein­ge­setzt oder abge­bro­chen wer­den sol­len. Die­se Ent­schei­de wer­den stell­ver­tre­tend gemäss der Ent­schei­dungs­kas­ka­de (unten) im Kin­des- und Erwach­se­nen­schutz­recht getrof­fen.

ENT­SCHEI­DUNGS­KAS­KA­DE

Die fol­gen­den Per­so­nen sind der Rei­he nach berech­tigt, die urteils­un­fä­hi­ge Per­son zu ver­tre­ten und den vor­ge­se­he­nen ambu­lan­ten oder sta­tio­nä­ren Mass­nah­men die Zustim­mung zu ertei­len oder zu ver­wei­gern:

  • die in einer Pati­en­ten­ver­fü­gung oder in einem Vor­sor­ge­auf­trag bezeich­ne­te Per­son;
  • der Bei­stand oder die Bei­stän­din mit einem Ver­tre­tungs­recht bei medi­zi­ni­schen Mass­nah­men;
  • wer als Ehe­gat­te, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder ein­ge­tra­ge­ner Part­ner einen gemein­sa­men Haus­halt mit der urteils­un­fä­hi­gen Per­son führt oder ihr regel­mäs­sig und per­sön­lich Bei­stand leis­tet;
  • die Per­son, die mit der urteils­un­fä­hi­gen Per­son einen gemein­sa­men Haus­halt führt und ihr regel­mäs­sig und per­sön­lich Bei­stand leis­tet;
  • die Nach­kom­men, wenn sie der urteils­un­fä­hi­gen Per­son regel­mäs­sig und per­sön­lich Bei­stand leis­ten;
  • die Eltern, wenn sie der urteils­un­fä­hi­gen Per­son regel­mäs­sig und per­sön­lich Bei­stand leis­ten;
  • die Geschwis­ter, wenn sie der urteils­un­fä­hi­gen Per­son regel­mäs­sig und per­sön­lich Bei­stand leis­ten.

Sind meh­re­re Per­so­nen ver­tre­tungs­be­rech­tigt, so dür­fen die gut­gläu­bi­ge Ärz­tin oder der gut­gläu­bi­ge Arzt vor­aus­set­zen, dass jede im Ein­ver­ständ­nis mit den ande­ren han­delt.

Feh­len in einer Pati­en­ten­ver­fü­gung Wei­sun­gen, so ent­schei­det die ver­tre­tungs­be­rech­tig­te Per­son nach dem mut­mass­li­chen Wil­len und den Inter­es­sen der urteils­un­fä­hi­gen Per­son.

Interview im Büro von Dialog Ethik in Zürich. Nicolas Gehrig, CEO DeinAdieu und Martin Schuppli, Autor, unterhalten sich mit Ruth Baumann Hölzle, Theologin und Leiterin von Dialog Ethik.

Inter­view im Büro von Dia­log Ethik in Zürich. Nico­las Geh­rig, CEO DeinAdieu und Mar­tin Schupp­li, Autor, unter­hal­ten sich mit Ruth Bau­mann Hölz­le, Theo­lo­gin und Lei­te­rin von Dia­log Ethik. (Foto: Bru­no Tor­ri­cel­li)

Frau Bau­mann: Sie befür­wor­ten pas­si­ve Ster­be­hil­fe, ste­hen akti­ver Ster­be­hil­fe jedoch sehr kri­tisch Sie befürwor­ten pas­si­ve Ster­be­hil­fe, ste­hen akti­ver Ster­be­hil­fe jedoch sehr kri­tisch gegenüber (vgl. Info­box). Das heisst: Sie befürwor­ten einen Behand­lungs­ver­zicht, etwa eine Che­mo­the­ra­pie, leh­nen aber den gewählten Frei­tod, mit Hil­fe einer Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on, ab. Wo liegt der Unter­schied?
Ruth Bau­mann-Hölz­le: 
Sui­zid­bei­hil­fe ist kei­ne akti­ve Ster­be­hil­fe, sonst wäre sie in der Schweiz ver­bo­ten, denn akti­ve Ster­be­hil­fe gilt als Tötung durch eine ande­re Per­son. Die Sui­zid­bei­hil­fe, das heisst einer urteils­fä­hi­gen Per­son bei der Selbst­tö­tung zu hel­fen, ist in der Schweiz dann straf­frei, wenn sie unei­gen­nüt­zig ist.

Die Unterstützung zur Selbsttötung durch Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen fin­den Sie pro­ble­ma­tisch?
Ja. In mei­nen Augen ist es der­zeit inso­fern pro­ble­ma­tisch, als eine Selbst­tö­tung durch Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen zuneh­mend auf wei­te­re Per­so­nen­grup­pen aus­ge­dehnt wird. Zudem wird mit dem öffent­li­chen Zur­schau­stel­len von Pro­mi­nen­ten, die auch kon­kret Situa­tio­nen ange­ben, in denen sie sich töten wol­len, die Fra­ge auch ande­ren Men­schen auf­ge­drängt, die sich genau in sol­chen Situa­tio­nen befin­den, ob sie sich nicht auch sui­zi­die­ren wol­len. Damit ent­ste­hen sozia­le Druck­si­tua­tio­nen.

Als «äussers­te Form pas­si­ver Ster­be­hil­fe» befürwor­ten Sie den Ver­zicht auf essen und trin­ken. Wie läuft so etwas in der Pra­xis ab? Wel­che Men­schen wählen die­sen Weg?
Bei Men­schen, die lang­sam ster­ben, gehen Hun­ger und Durst ganz all­ge­mein zurück. Das gehört zum natür­li­chen Ster­be­pro­zess. Es gibt aber auch vie­le Men­schen, die ganz bewusst, auf Nah­rung und Flüs­sig­keit ver­zich­ten. Auch hier muss man aber auf­pas­sen, dass die­ser Ver­zicht nicht unter Druck gemacht wird.

Geschieht das oft? Bekommt ein auf die­se Art ster­ben­der Mensch eben­falls pal­lia­ti­ve Unterstützung?
Ja, dies geschieht rela­tiv oft.

Im Posi­ti­ons­pa­pier von Dia­log Ethik respek­tie­ren Sie die Frei­heit zum Sui­zid resp. die Sui­zid­bei­hil­fe als pri­va­te Hand­lung. Die Unterstützung durch Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen leh­nen Sie ab. Wor­in liegt der Unter­schied?
Das Recht auf Sui­zid erwächst eigent­lich aus dem Abwehr­recht gegen­über lebens­er­hal­ten­den Mass­nah­men, die stets eine Inte­gri­täts­ver­let­zung dar­stel­len. Des­halb braucht es für Hand­lun­gen in Medi­zin und Pfle­ge stets eine Ein­wil­li­gung. Dadurch ent­steht die Frei­heit zur Selbst­schä­di­gung. Sui­zid und Sui­zid­bei­hil­fe sind daher kei­ne Anspruchs­rech­te gegen­über der Gesell­schaft. Das hat das Bun­des­ge­richt 2006 klar dar­ge­legt. Andern­falls wäre der Staat gene­rell ver­pflich­tet Selbst­schä­di­gung nicht nur zu tole­rie­ren, son­dern sogar zu unter­stüt­zen.

Sie bezeich­nen Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen auch als eigent­li­che Selbsttötungs­or­ga­ni­sa­tio­nen.
Das ist rich­tig: Ster­be­hil­fe ist sehr viel mehr und auch ande­res als Sui­zid­bei­hil­fe. Die so genann­ten Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen über­schrei­ten die Gren­ze vom pri­va­ten zum öffent­li­chen Raum, ins­be­son­de­re dann, wenn sie Geld ein­neh­men. Die Sui­zid­bei­hil­fe-Orga­ni­sa­tio­nen soll­ten zumin­dest ohne Ein­nah­men funk­tio­nie­ren müs­sen.

Wäre es denn nicht wünschens­wert, würden wir einen so heik­len The­men­be­reich in die Hände des Staa­tes legen?
Die Kern­fra­ge ist, ob die Tötungs­op­ti­on zu einer vom Staat aner­kann­ten Pro­blem­lö­sung wer­den soll.

Sie war­nen davor, schwa­che und schutz­lo­se Per­so­nen nicht über einen gesell­schaft­li­chen Druck in den Frei­tod zu drängen. Gibt es sol­che Ten­den­zen bereits?
Ja, die gibt es durch­aus. Ich arbei­te ja auch in Lang­zeit- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­in­sti­tu­tio­nen, und dort brin­gen die Men­schen immer wie­der zum Aus­druck, dass sie nur noch «Kos­ten­fak­to­ren» für die Gesell­schaft sei­en.

Ist es schlecht, wenn jemand früher gehen möchte, um dem Staat, der Gesell­schaft, sei­ner Fami­lie nicht zu vie­le Kos­ten auf­zubürden?
Die Fra­ge ist, ent­schei­det der Betrof­fe­ne, die Betrof­fe­ne das wirk­lich frei­wil­lig?

Tech­ni­sie­rung der Medi­zin und «Hei­lig­keit des Lebens» auf der einen Sei­te  die Opti­on «Frei­tod auf Abruf» auf der ande­ren Sei­te: Wel­che Mecha­nis­men, Regeln oder Insti­tu­tio­nen brau­chen wir als Gesell­schaft, damit die Menschwürde nicht ver­lo­ren geht?
Die Men­schen­wür­de beinhal­tet zuerst das Abwehr­recht und zwei­tens die Für­sor­ge­ver­pflich­tung des Staa­tes. Ich fin­de die heu­ti­ge Rege­lung in der Schweiz gut. Dies obwohl man damit Aus­wüch­se in Kauf neh­men muss. Aus mei­ner Sicht soll­ten die Sui­zid­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen aber auf jeden Fall bes­ser kon­trol­liert wer­den, ins­be­son­de­re ihre Geld­flüs­se. Zudem besteht aus mei­ner Sicht Klä­rungs­be­darf beim Begriff «unei­gen­nüt­zi­ge Sui­zid­bei­hil­fe».

Vie­le Men­schen wer­den Mit­glied bei Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen, damit «sie ihren Wil­len in jedem Fall durch­set­zen können» oder weil sie «bei schwe­re­ren Krank­hei­ten nicht ihre Angehörigen mit der Bit­te zur Sui­zid­bei­hil­fe in Ver­le­gen­heit brin­gen möchten». Was raten Sie jun­gen und gesun­den Per­so­nen mit sol­chen Beden­ken?
Ich habe stets die Mög­lich­keit und vor allem auch das Recht, mei­nen Wil­len durch­zu­set­zen. Auch eine gut for­mu­lier­te Pati­en­ten­ver­fü­gung ermög­licht es, dass ein Mensch auch in Situa­tio­nen der Urteils­un­fä­hig­keit gemäss sei­nen Vor­stel­lun­gen behan­delt und betreut wird und dann ster­ben kann.

Für wen macht es Sinn, die Hil­fe einer Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on in Anspruch zu neh­men?
Eigent­lich für nie­man­den, denn jeder hat die Mög­lich­keit, auf Nah­rung und Flüs­sig­keit zu ver­zich­ten und/oder ande­re lebens­er­hal­ten­de Mass­nah­men erst gar nicht ein­zu­set­zen oder sol­che zu been­den. Es braucht dazu kei­ne Sui­zid­bei­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on.

Ich den­ke an ALS-Kran­ke, an lebens­sat­te oder von Demenz bedroh­te Men­schen.
Situa­tio­nen zu benen­nen, in denen Sui­zid­bei­hil­fe ange­mes­sen sein kann, fin­de ich höchst gefähr­lich, denn das Signal ist klar: «Eigent­lich wür­dest Du bes­ser gehen.» Ich fin­de es des­halb auch staats­po­li­tisch höchst bedenk­lich, wenn alten Men­schen der Zugang zur Selbst­tö­tung leich­ter gemacht wer­den soll als jun­gen. Dies wider­spricht grund­sätz­lich der Men­schen­wür­de.

Trotz­dem: Wenn ich als urteilsfähiger Mensch erfah­re, dass ich mich im Anfangs­sta­di­um einer Demenz­er­kran­kung befin­de, habe ich zwei Möglich­kei­ten. Ich lebe wei­ter und neh­me in Kauf, einst als hilf­lo­ser Men­schen auf die Hil­fe ande­rer ange­wie­sen zu sein. Oder ich bege­he Sui­zid. Was tun?
Für einen nicht ster­ben­den Men­schen ist es immer schwie­rig, von die­ser Welt zu gehen. Denn der Todes­wunsch ist in die­sen Situa­tio­nen stets ambi­va­lent. Auf dem Weg zu einer fort­ge­schrit­te­nen Demenz gibt es immer wie­der Sta­tio­nen, an denen jeder ent­schei­den kann, ob er noch wei­ter behan­delt wer­den möch­te oder nicht. Und für die Situa­ti­on der Urteils­un­fä­hig­keit gibt es die Pati­en­ten­ver­fü­gung.

Es gibt also durch­aus Alter­na­ti­ven zum akti­ven Sui­zid?
Auf jeden Fall. Das Ster­be­fas­ten braucht einen kla­ren Ent­schluss und wird vom Ein­zel­nen ganz sel­ber ver­ant­wor­tet. War­um soll der Sui­zid leich­ter fal­len als das Ster­be­fas­ten? Gera­de weil das Ster­be­fas­ten eine star­ke Wil­lens­leis­tung und ein län­ger dau­ern­der Pro­zess ist, aus dem man eine gewis­se Zeit lang noch aus­stei­gen kann, wis­sen auch die Zurück­blei­ben­den, dass es der Wil­le des Ver­stor­be­nen war. Es ist die extrems­te Form pas­si­ver Ster­be­hil­fe als Unter­las­sen von lebens­er­hal­ten­den Mass­nah­men. Die­se Form des Ster­bens braucht Raum und Zeit, was den gemein­sa­men Abschieds­pro­zess mit dem Ster­ben­den erleich­tert.

Foto: Bru­no Tor­ri­cel­li

Die Stif­tung Dia­log Ethik unter­schei­det zwi­schen Hil­fe beim Ster­ben (pas­si­ve Die Stif­tung Dia­log Ethik unter­schei­det zwi­schen Hil­fe beim Ster­ben (pas­si­ve Ster­be­hil­fe) und Hil­fe zum Ster­ben (akti­ve Ster­be­hil­fe)

Die pas­si­ve Ster­be­hil­fe ist in der Schweiz all­ge­mein akzep­tiert. Dazu wer­den fol­gen­de Hand­lun­gen gezählt:
• Ster­be­be­glei­tung: Phy­si­sche und psy­cho­so­zia­le Beglei­tung eines ster­ben­den Men­schen. Dazu gehört auch Pal­lia­ti­ve Care
• Behand­lungs­ver­zich­t/-abbruch: Auf eine mög­li­che lebens­er­hal­ten­de Mass­nah­me wird ver­zich­tet, oder sie wird abge­bro­chen (z.B.: Che­mo­the­ra­pie).
• Hand­lung mit dop­pel­ter Wir­kung: Schmerz­mit­tel wer­den ein­ge­setzt auf die Gefahr hin, dass sie den Ster­be­pro­zess des Pati­en­ten beschleu­ni­gen
• Die akti­ve Ster­be­hil­fe ist immer eine Tötung des Ster­ben­den: Ent­we­der han­delt es sich um eine Selbst­tö­tung oder um eine Tötung auf Ver­lan­gen. Letz­te­re ist in der Schweiz ver­bo­ten.

Legal
• Sui­zid: Ein Mensch ver­hilft sich sel­ber zum Tod. Als Akt der per­sön­li­chen Frei­heit zuge­las­sen. Sui­zid­prä­ven­ti­on wird den­noch gene­rell betrie­ben
• Bei­hil­fe zum Sui­zid: Legal, wenn nicht aus eigen­nüt­zi­gen Moti­ven.

Ille­gal
• Tötung auf Ver­lan­gen: Erfor­dert einen aus­drück­li­chen Tötungs­wunsch des Ster­ben­den. Der­zeit ver­bo­ten – Libe­ra­li­sie­rung wird dis­ku­tiert.
• Tötung ohne Ver­lan­gen: Beruht immer auf Fremd­ur­teil hin­sicht­lich der Lebens­qua­li­tät der ster­ben­den Per­son – in der Schweiz ver­bo­ten.

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  • Pierre Javet

    So ist es also mög­lich, in einer Pati­ent­ver­fü­gung zu wünschen/bestimmen, dass man (wer?) mir, wenn ich utreils­un­fä­hig bin, kei­ne Flüs­sig­keit und Nah­rung gibt und auch ver­hin­dert, dass ich nicht reflex­haft all­fäl­lig Ange­bo­te­nes zu mir neh­me?

    • Mar­tin Schupp­li

      Gemäss den Richt­li­ni­en der Natio­na­len Ethik­kom­mis­si­on, kann in einer Pati­en­ten­ver­fü­gung nur die künst­li­che Flüs­sig­keits- und Nah­rungs­zu­fuhr ver­wei­gert wer­den. Zudem darf einem Men­schen auch die Nah­rung per Mund nicht auf­ge­zwun­gen wer­den. Hin­ge­gen sol­len Men­schen, die essen wol­len im urteils­un­fä­hi­gen Zustand nicht dar­an gehin­dert wer­den, wenn sie ange­bo­te­ne Nah­rung essen wol­len. Zudem soll Men­schen grund­sätz­lich Nah­rung ange­bo­ten wer­den.
      Dr. theol. Ruth Bau­mann-Hölz­le, Insti­tuts­lei­te­rin Dia­log & Ethik, Tel. +41 (0)44 252 42 01, info@dialog-ethik.ch

  • Eine inter­es­san­te Idee, dass Ster­be­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen ohne Ein­nah­men funk­tio­nie­ren soll­ten. Da wäre man für einen theo­lo­gi­schen Rat, wie dies funk­tio­nie­ren kann, äus­serst dank­bar.

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