Susanne Strässle interessiert sich für Menschen und bereiste viele Länder. Der Job als Kommunikationsfachfrau bei Helvetas ist für sie sowohl Beruf als auch Berufung. (Foto: Paolo Foschini)
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Susan­ne Sträss­le, Hel­ve­tas: «Die Welt ist vol­ler Hel­din­nen und Hel­den des All­tags»

Auf ihren Pro­jekt­rei­sen für die Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­ti­on Hel­ve­tas lernt die stu­dier­te Eth­no­lo­gin Men­schen in den unter­schied­lichs­ten Lebens­si­tua­tio­nen ken­nen. «Wir hören hier immer nur von Elend und Not, aber in den letz­ten 25 Jah­ren konn­te sich eine Mil­li­ar­de Men­schen aus extre­mer Armut befrei­en.»

Artikel verfasst von Martin Schuppli am
11. Juni 2018

«Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Leh­re einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.»

Kon­fu­zi­us, *551 v. Chr. †479 v. Chr.

Susan­ne Sträss­le, 46, zeigt auf das still dahin­flies­sen­de Was­ser des Lim­mat­ka­nals beim Zür­cher Let­ten. «In die­sem Gewäs­ser wächst eines mei­ner Grund­nah­rungs­mit­tel her­an.» Sie lacht. «Der Lim­mat-Egli. Mein Lebens­part­ner steht hier oft in den frü­hen Mor­gen­stun­den am Ufer und fischt.. Und wenn sie beis­sen, bringt er fri­sche Fische nach Hau­se.»

Wir lachen. Dann erzählt die Zür­cher Eth­no­lo­gin und Jour­na­lis­tin von ihrer Arbeit. Was treibt sie an? Ganz bestimmt ist es Neu­gier. Es ist die Fas­zi­na­ti­on für Men­schen und ihre Geschich­ten. Wie ich lebt und arbei­tet sie nach dem uralten Jour­na­lis­ten-Mot­to: Men­schen inter­es­sie­ren sich für Men­schen.

Helvetas, Susanne Strässle

Fühlt sich nahe der Lim­mat wohl und zu Hau­se. Susan­ne Sträss­le lacht, als sie auf den Fluss zeigt und sagt: «Hier gedeiht mein Grund­nah­rungs­mit­tel.» (Foto: Pao­lo Foschi­ni)

«Wir bei Hel­ve­tas ver­tei­len kei­ne Almo­sen, son­dern arbei­ten part­ner­schaft­lich»

Susan­ne Sträss­le ist tätig in der Kom­mu­ni­ka­ti­on für die Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­ti­on Hel­ve­tas, mit der DeinAdieu zusam­men­ar­bei­tet. Sie ist Team­lei­te­rin Publi­shing sowie Redak­to­rin des Maga­zins «Part­ner­schaft». Klar also, dass wir über Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit reden, über Nach­hal­tig­keit, über das soge­nann­te Hel­fer­syn­drom. Logisch drängt sich die Fra­ge auf, wie Susan­ne Sträss­le mit den Unge­rech­tig­kei­ten der Welt, mit Not, Armut und Ver­zweif­lung umgeht. Und was es mit ihr macht, wenn sie Men­schen in schwie­ri­gen Situa­tio­nen begeg­net und dann wie­der in die Hei­mat zurück­reist.

«Natür­lich geht es mir nahe, wenn ich sehe, wie man­che Men­schen leben müs­sen, wie schwer sie es haben.» Sie schweigt kurz und fügt dann bestimmt an: «Aber was das in mir aus­löst, ist nicht Hilf­lo­sig­keit oder Ver­zweif­lung. Mit mir macht das etwas ande­res. Es treibt mich an, moti­viert mich. Die­se Men­schen kämp­fen für ein bes­se­res Leben. Es bestärkt mich in der Über­zeu­gung, dass wir sie dabei unter­stüt­zen soll­ten. Und zwar nicht mit Almo­sen, son­dern indem wir part­ner­schaft­lich mit ihnen zusam­men­ar­bei­ten. Das ist für mich Soli­da­ri­tät.»

Susan­ne Sträss­le, Hel­ve­tas: «Die Welt wird bes­ser – und es lohnt sich, dran­zu­blei­ben.»

Es bewegt Susan­ne Sträss­le, wenn Men­schen ihr von ihrem Schick­sal erzäh­len. Men­schen, die in einem Erd­be­ben alles ver­lo­ren haben. Müt­ter, deren Kind an den Fol­gen ver­schmutz­ten Was­sers gestor­ben ist. Fami­li­en, die aus ihrer Hei­mat ver­trie­ben wur­den oder Män­ner, die als Leib­ei­ge­ne leben muss­ten und jetzt ein neu­es Leben auf­bau­en. «Was mich dabei immer wie­der tief beein­druckt: Ich sit­ze die­sen Leu­ten gegen­über, schaue in ihre Augen, und sie erzäh­len mir die unvor­stell­bars­ten Din­ge. Doch statt zu ver­zwei­feln, strah­len vie­le einen so ent­schlos­se­nen Lebens­mut aus. Sie geben nicht auf und wol­len in die Zukunft bli­cken. Ich habe eine unglaub­li­che Hoch­ach­tung vor die­sen Men­schen.» Was ihr klar gewor­den ist: Die Welt ist vol­ler sol­cher Hel­din­nen und Hel­den des All­tags. «Wir hören hier immer nur von Elend und Not, aber in den letz­ten 25 Jah­ren konn­te sich eine Mil­li­ar­de Men­schen aus der extre­men Armut befrei­en. Die Welt wird bes­ser – und es lohnt sich, dran­zu­blei­ben.»

Helvetas, Susanne Strässle, Linda Kittelmann

Im Hel­ve­tas Fair­shop an der Wein­berg­stras­se in Zürich betrach­ten Shop­lei­te­rin Lin­da Kit­tel­mann (l.) und Susan­ne Sträss­le Kera­mik­scha­len aus Viet­nam. «Sie gefal­len mir beson­ders. Die Ent­wür­fe gestal­te­te die Schwei­zer Desi­gne­rin Giulia Maria Beret­ta.» (Foto: Pao­lo Foschi­ni)

Feri­en­rei­sen in Län­der von denen man wenig weiss

Das Inter­es­se an den Men­schen bestimm­te Susan­ne Sträss­les Wer­de­gang. Sie stu­dier­te in Zürich Eth­no­lo­gie und Geschich­te. «Im indi­schen Hima­la­ya unter­such­te ich, wie Ärz­te und tra­di­tio­nel­le Hei­ler sowie Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen mit Krank­hei­ten und Schick­sals­schlä­gen umge­hen und wel­che Rol­le ihre Glau­bens­vor­stel­lun­gen dabei spie­len.»

Für die­se Stu­die leb­te und arbei­te­te sie in Kal­im­pong im Dar­jee­ling Dis­trict, einer ber­gi­gen Regi­on im Nor­den Indi­ens. «Dort lern­te ich einen enga­gier­ten Anwalt ken­nen. Er beglei­te­te mei­ne Arbeit mit kri­ti­schen Fra­gen, wir führ­ten vie­le inten­si­ve Dis­kus­sio­nen. Bis heu­te sind wir eng befreun­det, die­sen April habe ich ihn und sei­ne Fami­lie erneut besucht.»

Wenn Susan­ne Sträss­le von ihren Rei­sen erzählt, erfährt der Zuhö­rer kaum etwas von einem Bade­plausch in Rimi­ni oder Shop­ping in Abu Dha­bi. Die Jour­na­lis­tin lacht. «Nein, ich berei­se lie­ber Län­der, von denen man viel zu wenig weiss. Etwa Mol­da­wi­en, Arme­ni­en, Geor­gi­en, den Iran – meist mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln.» Sie blickt auf den Fluss, schweigt einen Moment. Sagt dann: «In Syri­en bin ich eben­falls gereist, vor dem Krieg. Die Gast­freund­schaft dort war über­wäl­ti­gend.»

Ihr Beruf ist eine Art Hei­rat der Lei­den­schaf­ten

Kom­bi­niert sie ihre Rei­sen mit der Bericht­erstat­tung über Hel­ve­tas-Pro­jek­te, will ich wis­sen. «Ab und zu berei­se ich pri­vat ein Land, in dem Hel­ve­tas tätig ist», sagt Susan­ne Sträss­le. «Dann inves­tie­re ich gern mal einen Feri­en­tag, um Men­schen in unse­ren Pro­jek­ten ken­nen­zu­ler­nen und brin­ge ihre Geschich­te mit nach Hau­se.» Ihr Job scheint sie zu beflü­geln. Er ermög­licht ihr, ihre bei­de Lei­den­schaf­ten – für den Jour­na­lis­mus und für Kul­tu­ren –  zu ver­ei­nen. «Als Eth­no­lo­gin wie als Jour­na­lis­tin muss ich gut zuhö­ren kön­nen und genau hin­schau­en. Ich muss erst ein­mal ver­ste­hen wol­len.» Genau das zeich­net für sie gute Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit aus. «Wir kom­men nicht mit fixen Ide­en, es geht dar­um, was Men­schen wirk­lich wol­len und brau­chen, und das wis­sen sie am bes­ten», sagt sie.

«Das sind aktiv han­deln­de Men­schen, kei­ne pas­si­ven Opfer. Sie sind viel mehr als nur ‹arm›. Ich tref­fe so vie­le fähi­ge Frau­en und Män­ner, die wie du und ich nur das Bes­te für ihre Fami­lie wol­len, aber das oft unter Vor­aus­set­zun­gen, die für uns unvor­stell­bar sind. Sie wol­len und brau­chen kei­ne Wohl­tä­tig­keit, sie brau­chen ein­fach eine fai­re Chan­ce. Dafür setzt sich Hel­ve­tas ein.»

Helvetas, Susanne Strässle, Aethiopien

Susan­ne Sträss­le redet in Nepal mit Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­nern anläss­lich einer Was­ser­pla­nungs­sit­zung auf dem Dorf­platz. Alle Fami­li­en sind ver­tre­ten und bespre­chen, wo es Was­ser­an­schlüs­se braucht und wie das Was­ser fair im Dorf ver­teilt wer­den soll. (Foto: Helvetas/Patrick Rohr).

Der Was­ser­hahn steht nicht beim Dorf­vor­ste­her

Anhand eines Bei­spiels schil­dert Susan­ne Sträss­le, wie beein­dru­ckend demo­kra­ti­sche Pro­jekt­ar­beit sein kann. «Ein Jahr nach dem Erd­be­ben war ich in Nepal dabei, als die Bewoh­ner und Bewoh­ne­rin­nen eines Dor­fes zusam­men­ka­men, um demo­kra­tisch zu pla­nen, wie das Was­ser beim Wie­der­auf­bau fair ver­teilt wer­den soll. Das ist ein wich­ti­ger Schritt in unse­ren Was­ser­pro­jek­ten. Jede ein­zel­ne Fami­lie war ver­tre­ten. Mit Stei­nen, Säge­mehl oder Zet­tel­chen zeich­ne­te der Leh­rer auf dem Platz ein, was die Leu­te im Rund sag­ten: Wo wie vie­le Leu­te woh­nen, wer in wel­chen Ver­hält­nis­sen lebt und wo es Was­ser­häh­ne braucht.» Sie schmun­zelt, sagt: «Eben nicht ein­fach vor dem Haus des Dorf­vor­ste­hers …» Wie­der legt Susan­ne Sträss­le eine kur­ze Pau­se ein, ihre brau­nen Augen leuch­ten. «Alle unter­zeich­ne­ten die Ver­ein­ba­rung mit Stift oder Dau­men und bekräf­tig­ten: ‹Ich bin dabei und bin bereit, beim Bau mit­zu­hel­fen, mei­nen Abfall zu sam­meln, eine Latri­ne aus­zu­he­ben.› Ein fei­er­li­cher Moment.»

Spä­ter wird dann eben­falls auf dem Dorf­platz öffent­lich ver­le­sen wer­den, wo und zu wel­chem Preis wie vie­le Meter Was­ser­lei­tun­gen, Häh­ne oder Tanks gekauft wur­den. «Eine klu­ge Sache», sagt Susan­ne Sträss­le. «So haben Vet­tern­wirt­schaft und Kor­rup­ti­on kei­ne Chan­ce. Bei so viel Trans­pa­renz kämen unsau­be­re Geschäf­te schnell ans Licht, etwa wenn jemand sei­nem Cou­sin einen Auf­trag ver­schafft oder über­teu­ert abge­rech­net hät­te.»

Im Ver­lauf eines sol­chen Pro­zes­ses kommt es sogar zu regel­rech­ten sozia­len «Revo­lu­tio­nen». Susan­ne Sträss­le erzählt die Geschich­te von einer am Dorf­rand auf Staats­land leben­den Dalit-Wit­we. Frü­her nann­te man der­art Aus­ge­grenz­te «Unbe­rühr­ba­re». «Die Dorf­be­woh­ner woll­ten ihr kei­nen Was­ser­an­schluss gewäh­ren», sagt sie. «In sol­chen Fäl­len wer­den unse­re loka­len Pro­jekt­mit­ar­bei­ter aktiv. Sie suchen das Gespräch mit der Bevöl­ke­rung, erklä­ren, war­um alle vom Was­ser pro­fi­tie­ren sol­len. Heu­te hat die Frau einen Was­ser­an­schluss und traut sich, in Ver­samm­lun­gen offen zu spre­chen. So stos­sen wir Ver­än­de­run­gen an, die weit über Was­ser­fra­gen hin­aus­rei­chen.»

Susanne Strässle von Helvetas, Martin Schuppli

Berufs­kol­le­gen unter sich. Susan­ne Sträss­le erzählt DeinAdieu-Autor Mar­tin Schupp­li, wie sie in ihrer Arbeit ihre bei­den Lei­den­schaf­ten – für Jour­na­lis­mus und Eth­no­lo­gie – ver­ei­nen kann. (Foto: Pao­lo Foschi­ni)

Wis­sens­trans­fer statt Wohl­tä­tig­keit

Einst, es muss vor 50 Jah­ren gewe­sen sein, stand ich, Mar­tin Schupp­li am Cen­tral  in Zürich hin­ter einem Hel­ve­tas-Stand und sam­mel­te Geld für Tibet. Damals flüch­te­ten Tau­sen­de aus dem Land. Zwei, Pal­den und Dhak­pa, ver­schlug es in die Schweiz. Und so ver­kauf­te ich mit den bei­den Schul­ka­me­ra­den Glar­ner-Tüech­li und Ker­zen.

Hel­ve­tas gibt es schon lan­ge, aber die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit hat sich ver­än­dert. Spen­den wer­den heu­te zum Bei­spiel oft dafür ein­ge­setzt, Men­schen aus­zu­bil­den. Wie in Nepal. Dort ler­nen sie unter ande­rem Hän­ge­brü­cken zu bau­en, die ihnen ermög­li­chen Schu­len, Spi­tä­ler und Märk­te zu errei­chen. «Mit gros­sem Erfolg. Bis heu­te sind über 7000 Hän­ge­brü­cken gebaut wor­den», sagt Susan­ne Sträss­le. Und: «Mitt­ler­wei­le sind es nepa­le­si­sche Inge­nieu­re, die in unse­rem Brü­cken­pro­jekt in Äthio­pi­en Leu­te aus­bil­den, um Hän­ge­brü­cken zu bau­en. Die­sen Früh­ling wur­de dort die 100. Brü­cke ein­ge­weiht.»

Wow, das ist Süd-Süd-Wis­sens­trans­fer. Um noch deut­li­cher zu machen, wie moder­ne Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit funk­tio­niert, kommt Susan­ne Sträss­le zurück aufs Fischen. Auf das alt­be­kann­te Zitat, wonach man einem Mann kei­nen Fisch geben, son­dern ihm bes­ser das Fischen bei­brin­gen soll: «Münz­te man das auf heu­te um, müss­te man sagen:

  • Bil­de Fischer und Fische­rin­nen aus, auch sol­che, die in der Lage sind, ande­ren das Fischen bei­zu­brin­gen.
  • Zei­ge ihnen, wie sie sich in Koope­ra­ti­ven orga­ni­sie­ren, um ihren Fang fair zu guten Prei­sen zu ver­kau­fen.
  • Sor­ge dafür, dass alle die Fisch­grün­de scho­nen und gesund erhal­ten. Brin­ge die Behör­den dazu, dass sie die Fisch­rech­te fair ver­ge­ben.
  • Ach­te dar­auf, dass Män­ner wie Frau­en ein­be­zo­gen wer­den und dass nicht nur die bereits (einfluss)reichen Fischer pro­fi­tie­ren, son­dern vor allem die Benach­tei­lig­ten und Ver­letz­lichs­ten.

So also arbei­tet Hel­ve­tas. Ich bin beein­druckt.

Helvetas,

Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lungs­ar­beit. Schnei­de­rin Yezi­na zeigt Susan­ne Sträss­le, wie sie arbei­tet. «Sie war wegen ihrer Behin­de­rung die Hoff­nungs­lo­ses­te im Dorf und ist heu­te die Hoff­nung für ihre Mut­ter.» Neben ihr strahlt Ehe­mann Tade­le. (Foto: Helvetas/Patrick Rohr)

Dank Schnei­de­rin­nen­aus­bil­dung: Yezi­na, die Hoff­nungs­trä­ge­rin

«Yezi­na kam mit einem ener­gi­schen Hin­ken auf mich zu. Sie erkrank­te einst an Kin­der­läh­mung, wäre fast gestor­ben. Dann wur­de aus­ge­rech­net die Krank­heit zu ihrer Chan­ce. Wegen ihrer Behin­de­rung war sie unnütz als Arbeits­kraft auf dem Feld. Des­halb durf­te sie zur Schu­le und lern­te Lesen und Schrei­ben – als ein­zi­ge von neun Geschwis­tern.

Nun hat Yezi­na eine Schnei­de­rin­nen­aus­bil­dung absol­viert. In einem inno­va­ti­ven neu­en Hel­ve­tas-Pro­gramm: Die Aus­bil­dungs­stät­ten wer­den erst voll­stän­dig ent­schä­digt, wenn die Ler­nen­den eine fes­te Anstel­lung gefun­den oder eine sta­bi­le Selbst­stän­dig­keit auf­ge­baut haben. Heu­te steht Yezi­na auf eige­nen Bei­nen. Ganz Geschäfts­frau flickt und stickt sie auch. Und wer bei ihr ein ers­tes Kleid nähen lässt, erhält einen Ein­füh­rungs­ra­batt. Mar­ke­ting funk­tio­niert über­all auf der Welt.

Obwohl alle sag­ten, ‹So eine wie du soll nicht hei­ra­ten›, wuss­te Yezi­na, Tade­le – der eben­falls mit einer Behin­de­rung lebt – ist der Rich­ti­ge. Heu­te ist die klei­ne Yab­si­ra der gan­ze Stolz des Paa­res. Als ich Yesi­na frag­te, was sie ihrem Kind ein­mal mit­ge­ben will, sag­te sie: Bil­dung, so viel wie nur mög­lich.»

Text: Mar­tin Schupp­li, Fotos: Pao­lo Foschi­ni, Helvetas/Patrick Rohr

 

 Hel­ve­tas ist eine der füh­ren­den Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen der Schweiz. Als poli­tisch und kon­fes­sio­nell unab­hän­gi­ger Ver­ein wird Hel­ve­tas von rund 100 000 Mit­glie­dern und Gön­nern sowie von neun ehren­amt­lich täti­gen Regio­nal­grup­pen getra­gen.

Hel­ve­tas war einer der ers­ten «Part­ner» von DeinAdieu.

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Hel­ve­tas
Wein­berg­stras­se 22a, 8021 Zürich

Tel. 044 368 65 00

info@helvetas.org | www.helvetas.ch

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