Weltkrebstag 2024: Gemeinsam gegen Versorgungslücken

Der Weltkrebstag vom 4. Februar thematisiert Versorgungslücken. Zu spüren bekommen sie Krebsbetroffene wie zum Beispiel Memory. Die Krebsliga setzt sich dafür ein, diese Lücken in der Schweiz zu schliessen.

Es ist ein besonderer Tag – auch für Memory. Der Weltkrebstag zeigt ihr, dass sie «nicht allein ist». Sie sagt: «Es ist ein Tag, um an all die Superhelden zu denken, die mit Krebs leben und gegen ihn kämpfen müssen.» Ein Tag aber auch, der aufzeigen will, was noch fehlt: Im Fokus steht 2024 das Thema «Lücken in der Krebsversorgung« schliessen. Leider gibt es auch in einem so reichen Land wie der Schweiz noch viele Angebotslücken. So auch im Bereich Cancer Survivors.

Cancer Survivors? Das sind Menschen, die mit oder nach Krebs leben – wie die 48-jährige Memory. Im Jahr 2018 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs, 2022 hatte sie ein Rezidiv «Auch, oder gerade in schwierigen Zeiten versuche ich, in jedem Tag positive Momente zu finden. Zurzeit ist Memorys Zustand stabil, ihr gehe es ganz gut. Doch auch sie spürt Langzeitnebenwirkungen und Spätfolgen der Krankheit, wie so viele der 450‘000 Cancer Survivors in der Schweiz. Geheilt heisst nicht gesund.

Ich wünsche mir für mich und andere Cancer Survivors, dass die Menschen weniger Berührungsängste haben. Auch wir können wieder voll arbeiten, sind belastungsfähig, können lieben, lachen und das Leben geniessen.

Memory, Betroffene
Memory setzt sich seit einem Jahr freiwillig als Peer für andere Krebsbetroffene und Angehörige ein. © Memory

Wenig Nachsorgeangebote für Cancer Survivors

Tag für Tag plagen Memory chronische Gelenkschmerzen. Sie kämpft mit dem Gewicht, gegen Fatigue und Konzentrationsschwächen. Zudem hat sie ein Stück Lebensqualität verloren, weil sie kaum noch etwas schmeckt. Das Essen bereitet keine Freude mehr. «Bitteres verursacht Übelkeit, Scharfes führt zu Durchfall und Saures verletzt meine empfindlichen Schleimhäute.»

Menschen mit oder nach Krebs finden wenig Nachsorgeangebote. Die Krebsliga versucht, mit spezifischen Angeboten dagegenzuhalten. So hat beispielsweise Memory ein Kochexperiment der Krebsliga mit Spitzenköchinnen und -köchen besucht, der ihr etwas die Lust am Essen zurückgebracht hat. Sie hat entdeckt, dass sie trotz wenig Geschmackssinn sämige Saucen liebt oder dass sie einige Öle lieber mag als andere.

«Ich würde mir Angebote zu Randzeiten wünschen»

Aber es braucht viel mehr als einzelne Kurse oder Veranstaltungen. Darum will die Krebsliga den Ausbau koordinierter Angebote für Cancer Survivors in der Schweiz vorantreiben. Memory, die Vollzeit arbeitet, würde sich beispielsweise Angebote wünschen, die sie zu Randzeiten besuchen kann. Oder noch spezifischere Therapien in ihrer Wohngegend im Bündnerland: «Ich weiss, dass mir Wasser-Shiatsu gegen die Gelenkschmerzen helfen würde.» Nicht überall finden sich alle Therapien und häufig müssen die Betroffenen die Kosten selbst berappen.

Um Probleme einfacher zu bewältigen, spaziert Memory täglich in der Natur. «Die Bewegung hilft dem Kopf, dem Gemüt und auch etwas gegen die Schmerzen. Manche Dinge muss man aber auch einfach lernen, zu ertragen und zu tragen.» Ihre Resilienz bezeichnet sie als «sehr grosses Geschenk». Und doch: Auch Memory kommt manchmal ins Grübeln. «Ich habe immer wieder Angst vor einem erneuten Rückfall und frage mich, ob ich genügend Kraft und Willen hätte, nochmals alles durchzustehen.»

«Es braucht noch viel Arbeit, bis wir alle Lücken geschlossen haben für Erwachsene und Kinder, die an Krebs erkrankt sind oder sich vor Krebs schützen möchten. Mit einer Berücksichtigung in Ihrem Testament werden Sie Teil dieses Engagements. Gemeinsam packen wir es an.»

Manuela Daboussi, Verantwortliche Erbschaften und Legate Krebsliga Schweiz.
Manuela Daboussi ist verantwortlich für den Bereich Erbschaften und Legate der Krebsliga Schweiz © Manu Friederich

Am Weltkrebstag 2024 zeigt die Welt Solidarität mit Memory und Millionen krebskranker Menschen. Damit alle Betroffenen in der Schweiz die Begleitung erhalten, die sie benötigen, engagiert sich die Krebsliga für eine flächendeckende Versorgung. Nicht nur am Weltkrebstag. Sondern Tag für Tag.

Möchten Sie wissen, in welchen Bereichen der Krebsversorgung sonst noch Lücken bestehen und was die Krebsliga tut, um diese zu schliessen?


Über das Leben hinaus Gutes tun
Die Krebsliga ist über 90 Prozent spendenfinanziert. Damit sie sich für krebsbetroffene Menschen wie Memory stark machen und Versorgungslücken schliessen kann, ist sie auf diese Einnahmen angewiesen. Wer möchte, kann die Krebsliga im Testament berücksichtigen. Diese Spenden sind von den Erbschaftssteuern befreit. «Gerade auch, weil die Krebsliga Schweiz kaum Mittel aus öffentlicher Hand erhält, sind Spenden aus Erbschaften äusserst wichtig», weiss Manuela Daboussi, Verantwortliche Erbschaften und Legate bei der Krebsliga Schweiz. Das Ziel der Krebsliga: Weniger Leute sollen an Krebs erkranken, weniger Menschen an den Folgen der Krankheit leiden oder sterben und mehr Leute von Krebs geheilt werden. «Mit der Krebsliga Schweiz in Ihrem Testament werden Sie über Ihr Leben hinaus Teil dieses Engagements», sagt Manuela Daboussi.

Hier finden Sie Tipps, Tricks und Informationen zum Thema Erbschaft/Legate.

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