Eines Tages wird das Familiengeschäft vom Sohn übernommen (Beispielbild: iStock)
Home / Info Beiträge / Wenn die Papa-AG zur Sohn-AG wird – Unternehmensnachfolge bei KMU

Wenn die Papa-AG zur Sohn-AG wird – Unternehmensnachfolge bei KMU

Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind Klein- und mittelgrosse Unternehmen (KMU). Damit der Unternehmenserfolg dieser Firmen bestmöglich weitergeführt und Streit innerhalb der Inhaberfamilien vermieden werden kann, sollte schon frühzeitig über die Unternehmensnachfolge nachgedacht werden.

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
11. Mai 2018

Unternehmensnachfolge

Kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) machen ca. 99.7% aller Schweizer Unternehmen aus. Sie beschäftigen rund 68% der arbeitenden Schweizer Bevölkerung. Eine überwiegende Mehrheit dieser Unternehmen ist nicht an einer Börse kotiert. Oft sind sie im Besitz einer Familie oder gar einer Person. Zusätzlich obliegt die Geschäftsführung bei KMU, insbesondere bei Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeitenden, sehr oft dem Eigentümer. Um den wirtschaftlichen Erfolg bestmöglich zu gewährleisten, ist eine geordnete Nachfolge von zentraler Bedeutung.

Eigentum und Geschäftsführung

Es ist wichtig, dass bei der Unternehmensnachfolge zwischen der Geschäftsführung und dem eigentlichen Eigentum unterschieden wird. Während mit der Geschäftsführung im Normalfall jedermann beauftragt werden kann, wird das Eigentum am Unternehmen nach kauf-, schenkungs- oder – für uns am relevantesten – erbrechtlichen Grundsätzen übertragen. Das heisst, dass für die Geschäftsführung einfach ein Nachfolger gefunden werden muss, der das Geschäft nach dem Ausscheiden des Eigentümers erfolgreich weiterführen kann. Beim Eigentum ist man stärker eingeschränkt. Das Eigentum am eigenen Unternehmen wird beim Ableben des Eigentümers auf seine Erben und/oder Vermächtnisnehmer aufgeteilt.

Papa-AG, Papa-GmbH oder Papa & Co.?

Wie der Übergang des Eigentums an eine Unternehmung abläuft, hängt stark von der Art des Unternehmens ab. Bei Aktiengesellschaften (AGs) und bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) werden die Anteilsscheine auf die Erben und allfälligen Vermächtnisnehmer übertragen. Die Anteilsscheine berechtigen die neuen Eigentümer zu einem Anteil am Gewinn und gewähren diesen Mitspracherechte. Bei Unternehmen, die in der Form von Kollektiv- oder einfachen Gesellschaften geführt werden, muss in die Gründungsdokumente geschaut werden. Gemäss im Obligationenrecht festgelegter Grundregel werden solche Unternehmen mit dem Ausscheiden eines Gesellschafters, und der Tod ist mit dem Ausscheiden gleichzusetzen, aufgelöst. Im Anschluss erhält jeder Gesellschafter seinen Anteil am Erlös, den die Auflösung mit sich bringt. Oft wird im Gründungsvertrag aber festgehalten, dass die Gesellschaft auch nach dem Ausscheiden eines Gesellschafters weiterbestehen soll. In beiden Fällen haben die Erben nur finanzielle Ansprüche in Höhe des vermögensrechtlichen Anteils, den der Erblasser am Unternehmen hielt.

Weitere Artikel zum Thema:
Streit um den Familienbetrieb

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Vorsorge, Vorsorge & Versicherung, Testament & Erbe

Wieso braucht es Ersatzerben? Es gibt Konstellationen, in denen der ursprünglich vorgesehene Erbe nicht mehr erbfähig ist und der Erblasser auch keine Möglichkeit mehr hat, einen anderen Erben einzusetzen. Man denke z.B. an einen gemeinsamen […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge & Versicherung, Testament & Erbe

Das Parentel-System In der Schweiz basiert die gesetzliche Erbfolge auf dem sogenannten Parentel-System. Die gesetzliche Erbfolge kommt immer dann zur Geltung, wenn der Erblasser selber nichts in einem Testament oder Erbvertrag verfügt hat . Dann […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Organisatorisches, Behörden

Die Meldepflicht – Todesfall melden Nach dem Ableben einer Person oder dem Auffinden des leblosen Körpers, müssen die Angehörigen den Todesfall bei der Wohngemeinde der oder des Verstorbenen melden (siehe auch: Informationspflicht & Gang zu […]

no Kommentare

Weitere Artikel: