Frau berechnet Ihre Steuererklärung (Beispielbild: iStock)
Home / Info Beiträge / Wenn der Staat ein Stück vom Erbschafts- und Schenkungskuchen will

Wenn der Staat ein Stück vom Erbschafts- und Schenkungskuchen will

In der Schweiz müssen Empfänger von Geschenken oder Erbschaften unter gewissen Umständen Erbschafts- oder Schenkungssteuern bezahlen. Diese und die Bedingungen unterscheiden sich jedoch stark zwischen den Kantonen. So kann an einigen Orten viel Geld gespart werden.

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
11. Mai 2018

Die Erbschafts- und Schenkungssteuern

Der Staat will mitverdienen. Aber nicht nur wenn Sie sich Vermögen hart erarbeiten. Auch dann, wenn es Ihnen einfach so zufällt, wie bei einem Erbe oder einer Schenkung. In der Theorie wird alles von der Schenkungssteuer erfasst, was tagtäglich irgendwo in der Schweiz verschenkt wird. Das gleiche gilt für Erbschaften. Jeder Vermögenswert, der einer Person aufgrund des Ablebens einer anderen Person zukommt, wird von der Erbschaftssteuer erfasst.

Allerdings haben wohl die meisten noch nie ihre Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke in der Steuererklärung deklariert. Das müssen Sie in den meisten Fällen auch nicht tun. Grosse Teile aller Schenkungen und Erbschaften sind von der Steuer befreit. Dies gilt vor allem für kleinere Zuwendungen oder Gelegenheitsgeschenke. Doch die Steuersätze und Freigrenzen sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Von Kanton zu Kanton

Die Schenkungs- und Erbschaftssteuern liegen im Kompetenzbereich der Kantone. Dies führt dazu, dass wir keine schweizweit einheitlichen Steuergesetze im Bereich der Erbschafts- und Schenkungssteuern haben.

Die Unterschiede bei den Steuersätzen sind enorm. Im Kanton Obwalden fallen weder Erbschaftssteuern noch Schenkungssteuern an. In Zürich, St. Gallen und den meisten anderen Kantonen fallen für Geschenke und Erbschaften an den Ehegatten oder die direkten Nachkommen, wie Kinder oder Enkel, keine Steuern an. Bei Geschenken oder Erbschaften, welche die oben erwähnte Freigrenzen überschreiten und für Freunde oder Bekannte bestimmt sind, entrichtet man in St. Gallen jedoch eine 30-prozentige Steuer. Genf ist Spitzenreiter bei den höchsten Steuersätzen für Erbschaften und Geschenke. Dort kann die Steuer mehr als die Hälfte des übertragenen Wertes betragen.

Grosses Sparpotential

Gewisse Kantone kennen bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern einen progressiven Steuersatz. Das bedeutet, dass der Steuersatz mit dem Wert der Schenkung oder der Erbschaft zunimmt. In solchen Kantonen kann es Sinn machen, über Jahre hinweg Teilzahlungen in Form von Schenkungen oder Erbvorbezügen vorzunehmen. Eine drastische, aber wirkungsvolle Methode ist der Umzug in einen anderen Kanton, der im Bereich Erbschafts- und Schenkungssteuern bessere Bedingungen bietet. Bevor Sie jedoch solche Entscheidungen fällen, ist es wichtig, dass Sie stets Ihren Steuerberater konsultieren. Damit können Sie verhindern, dass Sie einen groben Fehler machen und am Ende nicht noch mehr entrichten, als Sie eigentlich hätten bezahlen müssen.

Weitere Artikel zum Thema:
Das Wichtigste zu Erbschafts- und Schenkungssteuern
Vergleich über die Erbschaftssteuer in der Schweiz

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Vorsorge, Testament & Erbe

Das Unternehmen im Todesfall Herr Müller hat sein Leben lang hart gearbeitet. Durch viel Schweiss, lange Abende und verpasste Kindergeburtstage ist er nun stolzer Besitzer der Müller Baugesellschaft, einem Bauunternehmen mit zehn Mitarbeitern. Seine gute […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Vorsorge & Versicherung, Testament & Erbe

Moderne Familien In der Schweiz werden 4 von 10 Ehen wieder gelöst. Wer sich danach wieder neu bindet, befindet sich häufig in einem komplexen Beziehungsgeflecht mit Stiefkindern etc. Da das Erbrecht und oft auch das […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge & Versicherung, Testament & Erbe, Behörden

Teilungsvorschriften Artikel 608 ZGB sieht die Möglichkeit vor, dass der Erblasser in seinem Testament sogenannte Teilungsvorschriften vorsehen kann. Das bedeutet, dass ein Erblasser über eine bestimmte Quote am Wert seiner Hinterlassenschaft hinaus auch bestimmte Sachen […]

no Kommentare

Weitere Artikel: