Älterer Mann trägt eine Atemmaske (Bild: iStock)
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Coronavirus/COVID-19: Brauche ich nun eine Patientenverfügung?

Das Coronavirus - auch bekannt als COVID-19 - kann zu schweren Krankheitsverläufen führen. Die Patientenverfügung oder -vollmacht macht im Hinblick auf eine Urteilsunfähigkeit Sinn. Eine gute Gelegenheit, sich mit dem Thema (neu) zu befassen.

Artikel verfasst von Dr. med. Alois Birbaumer am
19. März 2020

Schwere Verläufe sind möglich

Zur Zeit werden wir überflutet mit Meldungen über das Corona-Virus (SARS-CoV-2). Trotz vorhandener Testverfahren ist es derzeit schwierig, einen Krankheitsverlauf vorauszusagen. Ein direkter Vergleich mit anderen bekannten Coronavirus-Erkrankungen (SARS, MERS) kann nicht gemacht werden, da es
sich um andere Typen handelt. Unter 15 Prozent der COVID-19 Erkrankten durchleiden einen schweren Verlauf mit Lungenentzündung, Atemnot. Das kann zu Atemstillstand,
septischem Schock oder zu einem Multiorganversagen führen.

Patientenverfügung empfehlenswert

Muss nun ein bewusstloser Patient mit schwerem Verlauf auf eine Intensivstation verlegt werden und müssen lebenserhaltende Massnahmen erfolgen, dann ist eine Patientenverfügung nützlich.
An ihrer Bedeutung hat sich meines Erachtens mit dem Ausbruch dieser Epidemie nichts geändert. Die Patientenverfügung istimmer eine nützliche Unterlage, unabhängig des Krankheitsbildes.

Intubation in bestehenden Verfügungen beachten

Es geht also um die persönliche Frage, welche Massnahmen will ich durchführen lassen, sollte ich urteilsunfähig sein. Dies kann jedermann ausführlich beschreiben. Im Beispiel COVID-19: «Sollte sich bei mir wegen Atemstillstand eine Intubation aufdrängen, soll sie durchgeführt werden, sofern mit einem Erfolg zu rechnen ist» oder eben «nicht durchgeführt werden». Diese Frage kann in jeder Patientenverfügung bei Bedarf beantwortet werden. Dazu braucht es keine COVID-19 spezifische Patientenverfügung.

Dr. Alois Birbaumer im Gespräch über Selbstbestimmung zum Lebensende

Alois Birbaumer (Foto: Paolo Foschini)

Vertretungspersonen beiziehen

Ziehen Sie vertretungsberechtigte Personen ins Gespräch über die jetzige Situation mit ein. Reden Sie über die Richtlinien, die in Ihrer Patientenverfügung aufgeführt sind. Das Besondere an der jetzigen Situation: Noch sind sehr wenige Details über das Krankheitsbild bekannt. Zur Zeit kennt man weder eine spezifische Behandlung noch einen Impfstoff. Aus diesem Grund möchten wir hier auf die klaren und deutlichen Hinweise des BAG und des Bundesrates vom Montag, 16. März 2020 hinweisen: Wichtig ist: Ältere und vorerkrankte Personen sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Nur so können wir gemeinsam einen weniger sprunghaften Anstieg der COVID-19 Fälle erreichen. Das verhindert eine mögliche Überlastung unseres Gesundheitswesens, insbesondere der Intensivstationen.

Jetzt eine Verfügung erstellen

In der Zeit des Homeoffice können Sie auf DeinAdieu Ihre bereits hinterlegte Patientenverfügung kontrollieren oder hier online eine individuelle Patientenverfügung anfertigen. Nutzen Sie ebenso
unseren Testamentgenerator.

DeinAdieu wünscht gute Gesundheit. Dr. med. Alois Birbaumer, 18.03.2020

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