Frau benachrichtigt Arbeitgeber über Tod ihres Mannes (Beispielbild: iStock)
Home / Info Beiträge / Tod vor der Pensionierung – Benachrichtigung des Arbeitgebers

Tod vor der Pensionierung – Benachrichtigung des Arbeitgebers

Während die engsten Angehörigen zweifelslos am härtesten vom Ableben eines Familienmitglieds betroffen sind, kann das Fernbleiben einer Person auch grosse Auswirkungen auf den Arbeitgeber haben - in persönlicher wie auch finanzieller Hinsicht. Deshalb sollten die Hinterbliebenen den Arbeitgeber möglichst bald über den Tod seines Mitarbeiters benachrichtigen.

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
04. Juli 2017

Benachrichtigung des Arbeitgebers

Mit dem Tod endet der Arbeitsvertrag automatisch. Die Erben können nicht verlangen, dass das Arbeitsverhältnis auf einen von ihnen übergeht. Da das Fehlen einer Arbeitskraft aber grosse Auswirkungen auf das Funktionieren eines Unternehmens haben kann, sollte der Arbeitgeber so bald als möglich informiert werden. Dies erlaubt ihm, Vorkehrungen zu treffen und womöglich einen Ersatz zu finden. Gerade bei kleinen Unternehmen kann der plötzliche Ausfall des Verstorbenen grosse negative Konsequenzen haben, da seine Arbeit nicht weiteredelegiert werden kann und teilweise stark von seiner Persönlichkeit abhängig war.

Zusätzlich bestehen oft sehr gute Freundschaften zwischen dem Verstorbenen und Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, diese Benachrichtigung vorzunehmen. Es ist nichtsdestotrotz u.a. aus Anstandsgründen zu empfehlen.

Inhalt der Benachrichtigung

In der Mitteilung an den Arbeitgeber sollte man diesen nicht nur über den Todesfall benachrichtigen, sondern auch gerade die nächsten Schritte einleiten. Die Nachfahren haben Anspruch auf den anteilsmässigen Monatslohn des laufenden Monats sowie auf die Überweisung von noch nicht ausbezahlten Überstunden.

Ehegatten, eingetragene Partner, unterhaltsberechtigte Kinder oder auch andere Personen, die eine Unterstützungspflicht nachweisen können, haben zudem Anspruch auf einen Lohnnachgenuss in der Höhe von bis zu zwei Monatslöhnen. Um dies reibungslos zu gewährleisten, sollte der Arbeitgeber darüber informiert werden, auf welches Konto diese Zahlungen zu  entrichten sind. Meistens wird es das bekannte Lohnkonto sein. In allen anderen Fällen ist es sinnvoll, wenn die Kontodaten direkt mitgeteilt werden.

Siehe auch: Bank und Post benachrichtigen im Todesfall

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Vorsorge, Testament & Erbe

… für den gesetzlichen Erbteil Deutlich zeigt sich die besondere Stellung der nahen Verwandten bei der gesetzlichen Erbfolge. Diese gilt im Fall, dass der Erblasser keine letztwillige Verfügung über die Aufteilung seiner Hinterlassenschaft errichtet hat. […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Testament & Erbe, Behörden

Die Gültigkeitserfordernisse Das eigenhändige Testament ist neben dem öffentlich beurkundeten und dem mündlichen Nottestament  eine der drei im Schweizerischen Zivilgesetzbuch vorgesehenen Arten, eine einseitige letztwillige Verfügung zu erlassen. Da das öffentliche Testament mit Kosten für die […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Testament & Erbe

Unternehmensnachfolge Kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) machen ca. 99.7% aller Schweizer Unternehmen aus. Sie beschäftigen rund 68% der arbeitenden Schweizer Bevölkerung. Eine überwiegende Mehrheit dieser Unternehmen ist nicht an einer Börse kotiert. Oft sind sie […]

no Kommentare

Weitere Artikel: