Die Hinterlassenenrente der AHV kann Hinterbliebene finanziell absichern (Symbolbild: iStock)
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Rente im Todesfall – ein Überblick über die Hinterlassenenrenten der AHV

Nicht selten geraten Hinterbliebene beim Tod des Hauptverdieners in finanzielle Not. Die Hinterlassenenrente der AHV kann Witwen, Witwer und Waisen helfen, dies zu vermeiden.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
25. August 2017

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Wer bekommt eine Hinterlassenenrente der AHV?

Die Hinterlassenenrenten der AHV verhindern beim Tod des Ehegatten oder eines Elternteils, dass die Hinterbliebenen (Ehegatte, Kinder) finanzielle Probleme bekommen.

Es gibt drei verschiedene Hinterlassenenrenten:

  • Witwenrenten
  • Witwerrenten
  • Waisenrenten

Wann besteht ein Anspruch auf Hinterlassenenrente?

Damit ein Anspruch auf eine Rente besteht, müssen der verstorbenen Person mindestens während eines vollen Beitragsjahres Beiträge angerechnet werden können. Anspruch auf eine Witwenrente besteht, wenn

  • Sie zum Zeitpunkt des Todes ihres Ehegatten eines oder mehrere Kinder (unabhängig vom Alter) haben. Dazu gehören auch im gemeinsamen Haushalt lebende Kinder des verstorbenen Ehegatten, die durch dessen Tod Anspruch auf Waisenrente haben. Das Gleiche gilt für bisher betreute Pflegekinder, sofern sie später adoptiert werden.

oder

  • Sie zum Zeitpunkt des Todes des Partners das 45. Altersjahr zurückgelegt haben und mindestens 5 Jahre verheiratet waren.

Sogar als geschiedene Frau können Sie unter Umständen einen Anspruch auf eine Rente der AHV haben, wenn

  • Sie Kinder haben und die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat

oder

  • Sie bei der Scheidung älter als 45 Jahre waren und die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat

oder

  • Ihr jüngstes Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, nachdem Sie 45 Jahre alt geworden sind.

Wenn Sie keine dieser Voraussetzungen erfüllen, haben Sie Anspruch auf eine Witwenrente bis zum 18. Geburtstag des jüngsten Kindes.

Anspruch auf Witwerrente besteht, solange Sie Kinder unter 18 Jahren haben.

Stirbt eine Partnerin/ein Partner bei eingetragener Partnerschaft, so ist die überlebende Partnerin/der überlebende Partner gleich wie ein Witwer zu behandeln.

Kinder erhalten beim Tod der Mutter oder des Vaters eine Rente der AHV. Beim Tode beider Eltern besteht  demnach ein doppelter Anspruch. Der Anspruch auf eine Waisenrente erlischt mit dem 18. Geburtstag oder bei Abschluss der Ausbildung, spätestens jedoch mit dem 25. Geburtstag.

Nicht nur die AHV, sondern auch die 2. Säule / Pensionskasse bietet einen Vorsorgeschutz für den Tod.

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