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Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) – Was ist sie und wann kommt sie zum Einsatz?

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde („KESB“) sorgt für den Schutz von Personen, die selbst nicht in der Lage sind, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Das Ziel ist stets, die Freiheit des Einzelnen nur soweit einzuschränken, wie dies zum Schutz und zur Sicherstellung eines menschenwürdigen Daseins notwendig ist.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
11. Mai 2018

KESB – Was bedeutet das genau?

Seit 2013 ist die neue Kindes- und Erwachsenenschutzgesetzgebung in Kraft (zuvor Vormundschaftsrecht). Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Abkürzung: KESB) sind demnach interdisziplinär zusammengesetzte, spezialisierte Fachbehörden. Dort arbeiten Leute mit juristischem und psychologischem Hintergrund sowie Sozialarbeiter eng zusammen.

Die Organisation des Kindes- und Erwachsenenschutzes liegt in der Kompetenz der Kantone. Der Bund gibt nur minimale Vorgaben. Je nach Kanton kann die KESB als gerichtliche Behörde oder als Verwaltungsbehörde ausgestaltet sein.

Wieso gibt es die KESB?

KESB sorgen für den Schutz von Personen, die selbst nicht in der Lage sind, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn sie geistig oder psychisch beeinträchtigt, suchtkrank oder noch minderjährig sind und die Eltern nicht ausreichend für sie sorgen. Erfährt die KESB durch die betroffene Person selbst oder durch ihr Umfeld von einer Gefährdungssituation, klärt sie ab, was getan werden muss. Nötigenfalls kann die KESB eine Beiständin einsetzen. Diese kümmert sich darum, die hilfsbedürftige Person in ihren administrativen und finanziellen Belangen zu unterstützen respektive zu vertreten oder sie leitet Betreuungsmassnahmen in die Wege, wenn Eltern nicht fähig sind, genügend für ihre Kinder zu sorgen. In speziellen Fällen kann die Behörde die Unterbringung einer Person in einer psychiatrischen Anstalt oder in einem Heim verfügen. Die KESB ist bei jeder Tätigkeit an das Gesetz gebunden und darf nur dort einschreiten, wo dafür eine ausreichende gesetzliche Grundlage vorhanden ist. Dadurch werden die betroffenen Personen vor ungerechtfertigten Eingriffen von Seiten des Staates geschützt. Die KESB kann also nur dort Unterstützung anbieten, wo es das Gesetz erwähnt.

Was für Aufgaben hat die KESB?

Eine KESB hat im Erwachsenen- und Kindesschutz unter anderem die nachfolgend aufgeführten Aufgaben zu erledigen:

  • Sie kann Beistände ernennen/ entlassen und diese instruieren
  • Sie wirkt aktiv mit bei der Führung der Beistandschaft
  • Sie kann einen Vorsorgeauftrag in Kraft setzen oder bei einem solchen einschreiten (vgl. dazu Ratgeber: Was muss ich beachten beim Vorsorgeauftrag)
  • Sie kann einschreiten bei Interessensgefährdungen in Zusammenhang mit Patientenverfügungen
  • Sie kann bei Minderjährigen diverse Schutzmassnahmen treffen (Obhutsentzug, Sorgerechtsentzug)
  • Sie kann eine fürsorgerische Unterbringung anordnen, wenn ein gravierendes psychisches Problem besteht

Wie bereits erwähnt, regelt jeder Kanton die Aufgaben etwas anders. Deshalb informieren Sie sich am besten auf der Internetseite des jeweiligen Wohnsitzkantons, wenn Sie spezifische Informationen benötigen.

Weitere Artikel zum Thema:
KESB – Die neue Kindes- und Erwachsenenschutzgesetzgebung
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