Haingrab & Plattengrab (Bild: iStock)
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Haingrab & Plattengrab

Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse hinsichtlich dessen, wie sie bestattet werden möchten. Manche fühlen sich eher zur Natur hingezogen und wünschen sich daher ein Haingrab (Baumbestattung), für andere stehen praktische Überlegungen im Vordergrund und sie tendieren daher zum Plattengrab.

Artikel verfasst von Bernhard Gerstl, B.A. HSG in Law & Economics am
20. Oktober 2018

Das Haingrab – naturverbunden und ästhetisch

Das Haingrab ist eine Form des Rasengrabes, die im Bereich von bewaldeten oder zumindest üppig bepflanzten, speziell gewidmeten Friedhofsflächen zu finden ist. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine eingefriedete Gruppe von locker beisammen stehenden, älteren Bäumen, aber auch reine Rasenflächen auf einer Lichtung kommen vor.

Um das fragile Wurzelwerk der Bäume und Sträucher nicht zu stören, wird beim Haingrab die Kremation mit anschliessender Asche- bzw. Urnenbeisetzung gewählt. So ist die Beisetzung im Wurzelbereich von Bäumen besser möglich als bei der Erdbestattung im Sarg.

Da die natürliche Umgebung erhalten bleiben soll, sind Kerzen, Blumen oder aufwändige Grabsteindekorationen in der Regel nur im Einzelfall nach Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung gestattet. Diese Grabstätte erhält ihre besondere Ästhetik gerade durch ihre Naturbelassenheit und Schlichtheit.

Das Plattengrab – pflegeleicht und traditionell

Das Plattengrab ist der Gegenpol zum Haingrab, bei dem auf Bepflanzung, von Blumen oder Kränzen am Grabstein abgesehen, weitgehend verzichtet wird. Damit benötigt das Plattengrab auch keine gärtnerische Pflege, was oft Kosten für Betroffene und Angehörige spart.

Das Plattengrab ist eine vor allem in der Zentralschweiz geläufige, traditionelle Grabstätte, die in der Regel mit einer Sargbestattung verbunden ist. Jedoch können auch Urnengräber mit einer Steinplatte verschlossen werden (Urnenstele). Vom herkömmlichen Erdgrab mit Stein- oder Betondecke unterscheidet sich das Plattengrab primär dadurch, dass der Grabraum hohl und gemauert ist.

Hain- und Plattengrab

Der Grabstein kann sowohl in einer Gravur auf der Grabplatte selbst bestehen, als auch in einem eigenen Stein am Kopfende. Die Platten sind in der Regel aus massivem Naturstein angefertigt. Auch dieses Grab besticht durch seine Zurückhaltung, jedoch in gänzlich anderem Stil als das Haingrab. Zudem bietet es meist mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf Grabschmuck.

 

Zur Übersicht der Grabarten

 

Das Haingrab im Wurzelbereich eines lichten Wäldchens ist eine besonders naturverbundene Form des Urnengrabes. Um diese Natürlichkeit zu gewährleisten, bedarf es regelmässiger Grabpflege und einer Einschränkung der Gestaltungsfreiheit.

Beim Plattengrab wird der Sarg in einen gemauerten Hohlraum eingelassen, den eine Natursteinplatte verschliesst. Dies reduziert den Aufwand in der Grabpflege und ermöglicht eine Individualisierung bspw. mit Blumen, Kränzen oder Kerzen.

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