Stirbt ein Elternteil, geht das Sorgerecht automatisch an den anderen Elternteil über (Beispielbild: iStock)
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Die Sorgerechtsverfügung – Vormund im Todesfall

In einer Sorgerechtsverfügung kann man festhalten, welchen Vormund man sich im Todesfall für seine Kinder wünscht. Eine solche Verfügung ist nicht bindend, aber eine wichtige Hilfestellung für die zu befindende Behörde. Die Wahl sollte begründet werden und die Daten der gewünschten Person angegeben werden. Wenn schon zu Lebzeiten der Eltern eine enge Beziehung zwischen den Kindern und dem vorgeschlagenen Vormund und ein regelmässiger Kontakt bestanden haben (Patchwork-Familien), ist dies vorteilhaft.

Artikel verfasst von Jil Zaugg, M.A. HSG in Law am
19. Juni 2017

Was versteht man unter einer Sorgerechtsverfügung?

Das Gesetz sieht grundsätzlich Regelungen vor, wenn Eltern versterben. Stirbt ein Elternteil, geht das Sorgerecht automatisch an den anderen Elternteil über, sofern dies nicht dem Kindeswohl schadet. Sind beide Elternteile verstorben, etwa durch einen Unfall, sucht das Gericht in der Regel zunächst innerhalb der Familie nach einem geeigneten Vormund. Dies kann sich aufgrund diverser Probleme (z.B. Alter der Grosseltern etc.) als schwierig gestalten. Es kann auch ein Vormund ausserhalb der Familie bestimmt werden, sogar eine fremde Person. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich die Sorgerechtsverfügung, besonders in Patchwork-Konstellationen. In dieser können Eltern eine oder auch mehrere Personen benennen, die als Vormund für das eigene Kind infrage kommen.

Was gilt es zu beachten?

Die Sorgerechtsverfügung muss handschriftlich verfasst, unterschrieben und mit dem Datum versehen werden. Die Regelung der Vormundschaft (Erziehung) kann von der Verwaltung des geerbten Vermögens getrennt werden. Es ist also möglich, zwei verschiedene Personen für die jeweiligen Bereiche vorzusehen, beispielsweise wenn eine Person Erfahrung bei der Erziehung hat, aber kein Wissen in Vermögensangelegenheiten (und umgekehrt).  Sie können sogar Ersatzpersonen nennen, wenn die eigentlich von Ihnen vorgesehenen Personen nicht infrage kommen sollten. Ausserdem können Personen auch ausdrücklich ausgeschlossen werden. Dies sollte jedoch begründet werden, damit die entscheidende Behörde den Gründen folgen kann. Zu guter Letzt gilt es zu beachten, dass die Sorgerechtsverfügung in der Folge den aktuellen Lebenslagen angepasst werden muss. Oft verändern sich Beziehungen und ein zuerst benannter Vormund kommt aufgrund der veränderten Verhältnisse nicht mehr in Frage. Wie bereits oben erwähnt, ist eine solche Sorgerechtsverfügung nur eine Hilfestellung und die zu befindende Behörde in Ihrer Entscheidung frei.

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