Auch die Mitgliedschaft im Ruderclub sollte gekündigt werden (Symbolbild: iStock)
Home / Info Beiträge / Schicksal der Mitgliedschaften im Todesfall

Schicksal der Mitgliedschaften im Todesfall

„Liebe Mitglieder, wir haben uns heute hier versammelt, um...“. Diesen oder einen ähnlichen Satz haben bestimmt schon alle von uns gehört. Denn jeder von uns ist Mitglied in einem oder mehreren Vereinen, Clubs, Vorständen, Genossenschaften, Gruppen oder auch Netzwerken, Kirchen, Parlamenten etc. Im Laufe unseres Lebens sammeln wir unzählige Mitgliedschaften. Die wenigstens machen sich Gedanken darüber, was nach ihrem Tod damit passiert.

Artikel verfasst von Dario Buschor, B.A. HSG in Law & Economics am
14. August 2017

Was geschieht nach dem Tod mit Mitgliedschaften?

Wir alle sind Mitglieder so vieler verschiedener Gruppen und Zusammenschlüsse, Clubs und Verbunde, dass wir schon längst nicht mehr den Überblick haben. Das Wort „Mitgliedschaft“ ist gesetzlich nicht klar definiert und wird an verschiedenen Stellen erwähnt, so z.B. beim Verein oder der Genossenschaft. Bei der Genossenschaft ist festgehalten, dass man die Mitgliedschaft mit dem Tod verliert. Im Vereinsrecht heisst es, dass Mitgliedschaften weder vererblich noch veräusserlich sind. Bei anderen Mitgliedschaften, bei denen es wesentlich auf die Person des Mitglieds ankommt (z.B. als Mitglied eines Vorstands, Parlaments etc.), verwirkt die Mitgliedschaft  durch den Verlust der Persönlichkeit mit dem Tod automatisch.

Um Streitigkeiten um Mitgliederbeiträge zu verhindert, empfiehlt es sich, Mitgliedschaften im Todesfall zu kündigen.

Somit wird im Normalfall davon ausgegangen, dass Mitgliedschaften mit dem Tod untergehen. Es wird aber grundsätzlich dazu geraten, dass Sie alle bekannten Mitgliedschaften kündigen oder wenigstens die betroffenen Organisationen oder Personenzusammenschlüsse über den Tod informieren. Dies verhindert einerseits Streitigkeiten um Mitgliederbeiträge, und ist andererseits auch aus Anstandsgründen zu empfehlen.

Die Vereinsmitgliedschaft insbesondere

Wie bereits erwähnt, wird im Schweizer Zivilgesetzbuch festgehalten, dass Mitgliedschaften nicht vererblich sind. Damit gilt die Grundregel, dass die Mitgliedschaft mit dem Tod endet. Diese Vorschrift ist jedoch nicht zwingend. Die Statuten können sowohl Vererbbarkeit, als auch Veräusserbarkeit vorsehen.

Aber selbst wenn die Mitgliedschaft mit dem Tod automatisch endet, sollten die Vereine über den Todesfall informiert werden. So können Sie sicherstellen, dass alles seine Ordnung hat, Ihnen keine weiteren Mitgliederbeiträge auferlegt werden und die freundschaftlich verbundenen Mitglieder Bescheid wissen.

Siehe auch: Verträge kündigen im Todesfall – Enden Verträge automatisch?

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Vorsorge, Testament & Erbe

Wie wähle ich eine Gemeinnützige Organisation aus? Bevor ein Erblasser eine gemeinnützige Organisation auswählt, sollte er sich ein vertieftes Bild über deren Aufgaben und den Einsatz der Gelder machen. Die Stiftung „Zewo“ (Schweizerische Zertifizierungsstelle für […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Testament & Erbe

Was ist die Nacherbeneinsetzung und was bringt sie? Die Nacherbeneinsetzung ist in Art. 488-492a ZGB geregelt und ermöglicht es dem Erblasser, durch eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) festzulegen, dass zunächst bestimmte Vorerben das Recht […]

no Kommentare

Weitere Artikel:

Vorsorge, Patientenverfügung & -vollmacht, Testament & Erbe

Das öffentliche Beurkundungsverfahren Das öffentlich beurkundete Testament ist neben dem handschriftlichen Testament und dem (mündlichen) Nottestament eine der drei im Schweizerischen Zivilgesetzbuch vorgesehenen Arten, eine einseitige letztwillige Verfügung zu erlassen. Das Verfahren dazu ist grundsätzlich im […]

no Kommentare

Weitere Artikel: