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Das Testament – Erfordernisse in Form und Inhalt

Im Falle des Ablebens ist das Testament, auch letztwillige Verfügung genannt, oft die wichtigste überbleibende Urkunde.

Artikel verfasst von Leonard Christen, B.A. HSG in Law am
18. November 2016

Durch ein Testament kann eine Person innerhalb der gesetzlichen Schranken über ihr Vermögen verfügen und rechtswirksam anordnen, was mit ihrem Besitz nach ihrem Tod geschieht. Damit ein Testament jedoch gültig ist, muss es gewisse Anforderungen an die Form erfüllen.

Testament: Anforderungen an die verfügende Person

Damit eine letztwillige Verfügung gültig erfasst werden kann, muss der Erblasser gewisse Kriterien erfüllen. Er muss sowohl das 18. Lebensjahr vollendet haben und im Zeitpunkt des Erstellens frei von sinnesstörenden Einflüssen sein. Er muss sich über sein Handeln und dessen Auswirkungen bewusst sein. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, ist das Testament nichtig und findet keine Anwendung.

Anders ist es, wenn eine Person ihr Testament unter dem Einfluss von Irrtum, Drohung oder Zwang erstellt hat. Solch ein Testament ist ungültig und kann angefochten werden. Wenn der Erblasser jedoch nicht innerhalb eines Jahres nach Kenntnisnahme bzw. Wegfall von Irrtum, Drohung oder Zwang dieses Testament aufhebt, so erlangt es dennoch Rechtsgültigkeit.

Testament: Verschiedene Verfügungsarten möglich

Um eine letztwillige Verfügung zu erstellen, sieht das Gesetz verschiedene Varianten vor. Am wichtigsten und sichersten ist die öffentliche Beurkundung. Hierbei begibt sich der Erblasser mit zwei Zeugen zu einer Amtsperson, die das kantonale Recht bestimmt. Dort äussert der Erblasser seinen Willen, der in einer Urkunde festgehalten wird. Alle Beteiligten bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass es sich um den tatsächlichen Willen der erblassenden Person handelt und diese urteilsfähig war. Der Erblasser bekommt anschliessend eine Kopie der Urkunde, während das Original bis zum Todesfall gemäss kantonalem Recht aufbewahrt wird. Dadurch wird eine hohe Legitimität erreicht und es wird schwer, diese Urkunde anzufechten.

Am zweitwichtigsten ist die eigenhändige Verfügung. Bei einer solchen verfasst die Person ihren Willen selbst. Das ganze Dokument muss handschriftlich angefertigt werden, Angaben zu Jahr, Monat und Tag der Errichtung enthalten und unterschrieben werden. Da dies alles selbstständig geschehen kann, ist es hier schneller möglich Zweifel an der Verfügungsfähigkeit des Erblassers vorzubringen.

Inhalte eines Testaments

In einer letztwilligen Verfügung wird typischerweise festgehalten, was mit dem Eigentum einer Person nach ihrem Tod geschehen soll. Dabei ist sie jedoch nicht völlig frei. Das Gesetz bezeichnet die regulären Erben wie namentlich Ehegatten oder Nachkommen und versieht diese mit einem Pflichtteil (vgl. Beitrag zum Pflichtteil). Ferner kann eine Person auch Wünsche über ihre Beisetzung in einem Testament aufnehmen, diese bleiben aber lediglich Wünsche und sind nicht rechtlich durchsetzbar.

Widerruf eines Testaments

Ein Erblasser kann seine Verfügung jederzeit in derselben Form widerrufen, die auch für die Erstellung notwendig war. Ferner kann der Erblasser seine Verfügung auch durch die Vernichtung der Urkunde widerrufen. Dies ist besonders für den Fall einer eigenhändigen Verfügung relevant.

Von Leonard Christen, B. A. LAW HSG

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Weitere juristische Artikel:
18. Januar 2017: Der Erbvertrag
24. Januar 2017: Die Pflichtteile im Erbrecht
3. März 2017: Kinder- und Erwachsenen Schutzbehörde

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